12:55 21 November 2018
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    Kleinen Raketenschiffen Dagestan und Tatarstan

    Klein, aber bissig: Russland baut Raketenschiffe für Schwarzes Meer

    © Foto : NewsTeam/Ruslan Alibekov
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    Russland baut vier weitere Raketenschiffe des Projekts 21631 (Bujan-M), um sie im Schwarzen Meer einzusetzen. Diese Schiffe sind relativ klein, dafür aber stark bewaffnet. Ihre Marschflugkörper können Ziele in abgelegenen Regionen treffen. Ein Beleg dafür waren die spektakulären Attacken gegen den „Islamischen Staat“.

    Russische Kriegsschiffe feuern Marschflugkörper auf IS-Ziele in Syrien ab
    © Foto : Ministry of Defence of the Russian Federation
    „Vier neue kleine Raketenschiffe des Projekts 21631 wurden bereits auf Kiel gelegt. Sie sollen im Zeitraum von 2016 bis 2019 der Kriegsflotte zur Verfügung gestellt werden“, sagte der russische Marinesprecher Igor Dygalo, wie der TV-Sender Swesda am Donnerstag berichtet.

    Die Schiffe werden im russischen Selenodolsk (Teilrepublik Tatarstan) gebaut. Die Dieselmotoren werden ebenfalls von russischen Herstellern geliefert, die in St. Petersburg und bei Moskau ansässig sind. Diesen Auftrag erhielten sie nach Angaben des Senders, nachdem das deutsche Unternehmen MTU im Jahr 2014 wegen der Russland-Sanktionen seine Lieferungen abgesagt hatte. 

    Jedes Schiff ist 74 Meter lang, hat eine Höchstgeschwindigkeit von 25 Knoten und kann 1.500 Meilen ohne Zwischenstopp zurücklegen. Die Besatzung beträgt 29 bis 36 Mann. Für Missionen in abgelegenen Meeresgebieten sind solche Schiffe kaum geeignet, dafür sind sie bei Bedarf in der Lage, selbst in Flussmündungen zu operieren. Das Wort „klein“ bei der offiziellen Bezeichnung bezieht sich vor allem auf die Wasserverdrängung: 949 Tonnen.

    Die Raketenboote, die jetzt gebaut werden, sollen im Schwarzen Meer zum Einsatz kommen. Zwei Schiffe dieser Klasse sind dort bereits präsent. Drei weitre befinden sich im Kaspischen Meer. Diese hatten insbesondere im Oktober 2015 weltweit für Aufsehen gesorgt, und zwar dank ihrer Marschflugkörper des Typs Kalibr-NK, die gegen Dschihadisten in Syrien abgefeuert worden waren.

    Überhaupt ist die Bewaffnung dieser Schiffsklasse beeindruckend. Jedes Raketenboot hat eine Startvorrichtung für acht Kalibr-Raketen, deren Reichweite bis zu 2.500 Kilometer beträgt. Außerdem gibt es ein 100-mm- und ein 30-mm-Geschütz sowie Maschinengewehre und Flugabwehrraketen des Typs Igla und Igla-M.

    Auch im Sinne der elektronischen Kampfführung haben diese Schiffe ihre Optionen. Jedes hat eine Anlage, um Störungen zu senden. Dadurch wird es schwerer, ein solches Schiff als Ziel zu erfassen.

    Der TV-Sender kommentiert: „Das Kaspische und das Schwarze Meer wurden nicht zufällig als Einsatzgebiete gewählt – insbesondere im Hinblick auf die zunehmenden Aktivitäten der Nato-Flotten im Schwarzmeerraum nach den Geschehnissen in der Ukraine. Trotz ihrer bescheidenen Abmessungen sind die kleinen Raketenschiffe der Bujan-M-Klasse in der Lage, ein durchaus gefährlicher Gegner für viel größere Seeziele zu werden. Die strategische Klasse dieser Schiffe wird umso offensichtlicher, wenn man berücksichtigt, dass deren Raketen fähig sind, Ziele im Persischen Golf, im Suezkanal, im Roten und im Mittelmeer zu treffen.“

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    Kalibr-Rakete, Bujan-M, Igor Dygalo, Russland, Tatarstan