18:28 22 Juni 2017
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    Strategischer Langstreckenbomber Tu-160

    Geballte Abwehr: Russlands Armee erhält neue Waffensysteme

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    Militär
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    Rossijskaja Gaseta
    Neue Waffen für russische Armee (668)
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    Russlands Streitkräfte stellen bis Ende dieses Jahres zahlreiche neue Waffensysteme in Dienst. Das neue Arsenal reicht von mobilen Startrampen für ballistische Raketen und taktischen Raketensystemen über Flugabwehrsysteme, Schützenpanzer und Luftüberlegenheitsjäger bis hin zu strategischen Bombern und U-Booten, berichtet "Rossijskaja Gaseta".

    Raketentruppen

    Russlands nukleare Schlagkraft ist ein abgestimmtes, aus land- luft- und seegestützten Funktionseinheiten bestehendes Konzept. Russische landgestützte Raketentruppen erhalten in diesem Jahr neue mobile Startrampen – bestückt mit interkontinentalen ballistischen Raketen vom Typ RS-24 „Jars“.

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    © Sputnik. Sergej Rasbakow, Michail Tschuprassow
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    Anders als die in den Silos stationierten Raketen können diese Systeme verdeckt operieren und haben höhere Chancen, einen Nuklearangriff zu überstehen. Neben der eigentlichen Startrampe besteht das System aus einer mobilen Kommandozentrale, Versorgungsfahrzeugen und mobilen Systemen zur Tarnung und elektronischen Kriegsführung. Das Tarngerät kann die Startrampen mittels einer feinzerstäubten und für Radarstrahlen undurchlässigen Lösung vor gegnerischen Radaren abschirmen. Indes kann die neuentwickelte Kommandoeinheit die Raketen sekundenschnell auf neue Ziele umprogrammieren.

    Die RS-24 „Jars“ mit Feststoffantrieb hat eine Reichweite von 11.000 Kilometern und mehrere gelenkte Atomsprengköpfe.

    Heer

    Die russischen Landstreitkräfte erhalten eine Brigade des Kurzstrecken-Flugabwehrsystems „Buk-M3“, zwei Brigaden des taktischen Raketensystems „Iskander“ und Raketenartillerie-Systeme „Tornado-S“. Der Nachfolger des bisherigen Smertsch-Systems kann 300-mm-Geschosse auf Entfernungen bis zu 120 Kilometern verschießen und mit einer Ladung eine Fläche von 80 Hektar abdecken.

    Es gibt weltweit keine Waffe, die mit dem taktischen „Iskander“-System vergleichbar wäre. Dieser Flugkörper kann nicht abgefangen werden, weil er eine unberechenbare Flugbahn hat. Kurz nach dem Start wie kurz vor dem Ziel ändert der Flugkörper zudem mehrmals abrupt seine Flugbahn. Bestückt wird die Rakete mit einem 480-kg-Gefechtskopf. Dieser ist je nach Einsatz als panzerbrechendes Geschoss, als Streu- Spreng- oder Hohlladung ausgelegt. Auch mit taktischen Atomsprengköpfen kann der Flugkörper ausgerüstet werden.

    • Der mobile Raketenkomplex „Jars“
      Der mobile Raketenkomplex „Jars“
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    • Raketensystem Iskander
      Raketensystem Iskander
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    • Die Iskander-Raketen haben bis zu 500 Kilometer Reichweite
      Die Iskander-Raketen haben bis zu 500 Kilometer Reichweite
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    • Raketensystem Iskander
      Raketensystem Iskander
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    • Mehrfachraketenwerfer Tornado
      Mehrfachraketenwerfer Tornado
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    Der mobile Raketenkomplex „Jars“

    Luftlandetruppen

    Rund 250 Einheiten neuer Technik soll diese Truppengattung in Dienst stellen – vorrangig den Transportpanzer „Rakuschka“ und den Schützenpanzer BMD-4. Beide Fahrzeuge sind luftverlade- und luftlandefähig. Der Transportpanzer kann zudem seine Höhe in drei Stufen – tief, normal und hoch – verstellen. Auf diese Weise kann das Kettenfahrzeug nah am Boden das gegnerische Feuer abwarten, um dann aus hoher Position heraus mit seinen beiden Geschützen den Gegner anzugreifen. Der „Rakuschka“ hat Platz für 13 vollausgerüstete Fallschirmjäger. Auf der Basis seiner Plattform sind zudem ein gepanzerter Sanitätswagen und das ferngesteuerte Panzerabwehrfahrzeug „Robot“ entstanden. Beide befinden sich in der Erprobungsphase.

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    Russische Fallschirmjäger beim Wintertraining mit dem Schützenpanzerwagen „Rakuschka“

    Luft- und Weltraumkräfte

    Plänen des Föderalamtes für Wehrtechnikbeschaffung zufolge soll die russische Luftwaffe mehr als 140 Luftfahrzeuge erhalten.

    Der extrem manövrierfähige Mehrzweckjäger Su-35 etwa ist mittels seiner Schubvektorsteuerung imstande, auf der Stelle schwebend umzukehren. An zwölf Außenlastträgern kann das Flugzeug bis zu acht Tonnen Bomben und Raketen aufnehmen.

    Infografik: Die Möglichkeiten des russischen Kampfjets Su-35

    Die Modernisierung der strategischen Bomber Tu-95MS schreitet voran. Die altgedienten Veteranen – das Flugzeug steht seit mehr als einem halben Jahrhundert im Dienst – werden mit moderner Elektronik und neuen Waffen ausgerüstet. Bis 2025 könnte ihre Dienstzeit verlängert werden. Das Flaggschiff der russischen strategischen Bomberflotte – die Tu-160 – wird ebenfalls modernisiert.

    Die russische Luft- und Weltraumverteidigung erhält Flugabwehrsysteme vom Typ S-400 Triumph. Diese Flugabwehrraketen fangen jedes Ziel im Radius von 400 Kilometern ab – einschließlich schwer zu ortender und schnellfliegender Objekte.

    Weiteren Zuwachs erfahren die russischen Luftstreitkräfte durch den Hubschrauber Mi-8 AMTSch-W „Terminator“. Die Kampf- und Transportmaschine ist für Einsätze unter schwersten klimatischen Bedingungen – auch in der Arktis – ausgelegt. Ihre Entwickler haben schier Unmögliches geleistet: Der „Terminator“ kann bei minus 40 Grad abheben und mit Zusatztanks bis zu 1.300 Kilometer weit fliegen.

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    Russische S-400 „Triumph“ Abfangraketen im Nachttest

    Seestreitkräfte

    Die russische Schwarzmeerflotte erhält zwei dieselelektrische U-Boote des Typs 636.3 „Warschawjanka“. Diese Boote sind derart geräuscharm, dass sie bei der NATO den Codenamen „Schwarzes Loch“ bekamen. Bewaffnet sind die „Warschawjankas“ mit Marschflugkörpern vom Typ „Kalibr“. Ein U-Boot dieser Klasse – die „Rostow-am-Don“ – hat damit während der Überfahrt nach Sewastopol ohne aufzutauchen die Stellungen syrischer Terroristen beschossen.

    Zudem stellt die Schwarzmeerflotte drei Fregatten der „Admiral“-Klasse in Dienst: die „Admiral Grigorowitsch“, „Admiral Makarow“ und „Admiral Essen“. Die Schiffe sind für die U-Boot-Jagd und die Schiffsbekämpfung weitab der Küstengewässer ausgelegt. Neben den „Kalibr“-Lenkraketen verfügen sie auch über Flugabwehrgeschütze an Bord und können je einen Hubschrauber aufnehmen.

    Das Flaggschiff der Fregatten-Flotte ist die „Admiral Gorschkow“ – Projekt 22350. Durch die Form und die Materialien ihres Rumpfs ist die „Admiral Gorschkow“ für gegnerisches Radar unsichtbar. Die Fregatte ist ebenfalls mit Marschflugkörpern vom Typ „Kalibr“ und „Onyx“ bewaffnet und zudem durch das „Poliment-Redut“-System vor Luftangriffen geschützt.

    Weitere Neuheiten der russischen Marine sind der Minenleger „Alexander Obuchow“ und das Raketenboot „Wyschnij Wolotschok“, welches – trotz seiner kompakten Abmessungen – mit „Kalibr“-Raketen ausgerüstet ist.

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    Tornado-S, Triumph, U-Boot Rostow am Don, Iskander, Schiff Admiral Grigorowitsch, Küstenwachschiff „Admiral Makarow, Kalibr-Rakete, Mi-8AMTSCH, Flugabwehr-System Buk, Jars, Rakuschka-Schützenpanzerwagen, Su-35, Tu-95MS, Tu-160, Russland
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