02:04 15 Dezember 2018
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    The Central Intelligence Agency (CIA)

    Ex-Mitarbeiter packt Schwachstellen der CIA aus

    © AFP 2018 / SAUL LOEB
    Militär
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    Schlechte Sprachkenntnisse und ständige Personalfluktuation führen zu einer nicht effektiven Arbeit und regelmäßigen Niederlagen des Auslandsgeheimdiensts der Vereinigten Staaten (CIA), schreibt der ehemalige CIA-Offizier Philip Giraldi in einem Artikel für die Zeitung „American Conservative“.

    „Natürlich ist keiner seit Pancho Villa 1916 in die USA eingedrungen, doch alle Kriege nach 1945 waren unnötig, nicht überzeugend und verhängnisvoll, weil der US-Aufklärungsdienst mehrmals durch seine Rivalen und Feinde auf dem falschem Fuß erwischt wurde“, so Giraldi.  

    Als Beispiel führt der Autor den Überfall auf das US-Konsulat in Bengasi an, bei dem der US-Botschafter in Libyen und andere Mitarbeiter ums Leben gekommen waren. Wie der Chef der CIA-Abteilung in Bengasi später gegenüber Journalisten erklärte, wurden die Verstärkungstruppen zu spät geschickt, weil es zu viel Zeit gebraucht hatte, bei der Volksmiliz festzustellen, was vor sich gehe und sich für ihre Unterstützung im Notfall zu verabreden. Nach Angaben der Zeitung „The Washington Post“ hat der CIA-Offizier zuvor in Lateinamerika gedient, wurde für kurzfristige Dienstreisen nach Afghanistan und in den Irak geschickt und konnte Giraldi zufolge praktisch weder Arabisch noch Puschtu. Diese Prozedur sei üblich für die CIA, deren Mitarbeiter die Dienstreisen in Gefahrenherde als eine notwendige Stufe in ihrer Karriere wahrnehmen.

    „Das ist die Formel für ein Fiasko“, so Giraldi.  Um Arabisch zu beherrschen, bräuchte man zwei Jahre. Keiner will so viel Zeit und Mühe verlieren, zumal Sprachkenntnisse keine große Rolle auf der Karriereleiter spielen. Ähnlich düster sehe es auch bei den leichteren europäischen Sprachen aus. 

    „Der stellvertretende Einsatz-Chef war besorgt, dass CIA-Offiziere keine Sprachen können und verbat Auslandsdienste für die, die immer wieder bei Sprachtests durchfallen. Einige Monate später gab er  auf und sah ein, dass es für dieses Problem keine Lösung gibt“, so Giraldi. Somit würden Diplomaten und Geheimdienstler im Ausland immer wieder zu „Blinden, die Blinde führen“. 

    Die Sowjetische Schule hatte dagegen, wie Geraldi schreibt, große Aufmerksamkeit auf die Vorbereitung von Spionen gelegt. „Sowjetische Agenten studierten zur Zeit des Kalten Krieges jahrelang Sprache und die Kultur eines anderes Landes, bevor sie dorthin reisten. Sie haben sogar heimische Kleidung und Schuhe gekauft, um dem Äußeren nach nicht aufzufallen. Sie arbeiteten jahrelang in einem Land, wurden zu Experten und kannten alle Feinheiten dieser Umgebung“, erklärt Giraldi in seinem Artikel.  

    „Wer wird denn dann besser mit Auslandsarbeit zurechtkommen – Amerikaner oder Russen?“, fragt Giraldi abschließend.  

     

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    Tags:
    CIA, Philip Giraldi, USA