23:05 20 November 2019
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    Neue russische Frühwarn-Radare: „Ausländische Militärs werden nervös“

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    Neue russische Radaranlagen der Woronesch-Klasse, die als Teil des Frühwarnsystems gegen Raketenangriffe zum Einsatz kommen, sind billiger und effizienter als ihre sowjetischen Vorläufer. Dabei haben sie gewisse Vorteile im Vergleich zu seegestützten Radaren der USA.

    Wie der TV-Sender Swesda berichtet, sind die neuen Radaranlagen der Woronesch-Klasse billiger und einfacher zu bedienen als ihre Vorläufer der Klassen Darjal und Dnjepr. Ein besonderer Trumpf sind die Baufristen: Es nimmt nun anderthalb bis zwei Jahre in Anspruch, eine Radaranlage zu errichten. Zuvor hatte die Aufstellung fünf bis neun Jahr gedauert.

    Von entscheidender Wichtigkeit ist aber die neue Qualität der Datenverarbeitung. Der russische Militärexperte Wladislaw Schurygin sagte dem Sender, es sei besonders sorgfältig an den elektronischen Komponenten gearbeitet worden: „Auch wurde die Zahl der diensthabenden Operatoren drastisch reduziert. Neben der eigentlichen Konstruktion wurden auch die Algorithmen geändert, nach denen die Elektronik funktioniert.“

    Das Kühlsystem wurde ebenfalls grundlegend modernisiert. Eine ältere Station der Darjal-Klasse verbraucht rund 150 Kubikmeter Wasser pro Stunde für die Kühlung. Eine Woronesch-Anlage braucht dagegen überhaupt keine Wasserentnahme für diese Zwecke. Dabei ist der Stromverbrauch im Vergleich zu Darjal um eine Größenordnung niedriger.

    Mit einer maximalen Reichweite von 6.000 Kilometern ist jede Woronesch-Radaranlage fähig, 500 Ziele zu orten und zu verfolgen. Ein Radar dieser Klasse, das nahe St. Petersburg stationiert ist, kann beispielsweise einen Raum von Nordafrika über einen großen Teil Europas bis hin zur Inselgruppe Spitzbergen kontrollieren, um mögliche Raketenstarts sofort zu melden. Die Phased-Array-Antenne ermöglicht, Signale aus verschiedenen Richtungen zu bearbeiten. Selbst Wetterraketen können geortet werden, obwohl sie kleiner sind als atombestückte Interkontinental-Raketen.

    Beeindruckend ist auch das Modernisierungs-Potenzial. Denn der Aufbau einer Woronesch-Anlage ist modular: Einzelne Komponenten lassen sich bei Bedarf abmontieren und durch modernere ersetzen.

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    Der Sender kommentiert: „Die Indienststellung der modernsten Radaranlagen wird die ausländischen Militärs mit Sicherheit nervös machen. Radare der Worenesch-Klasse konnten ihre Effizienz ja schon beweisen.“ Eine solche Anlage im südrussischen Armawir hatte beispielsweise im Jahr 2013 zwei im Rahmen eines amerikanisch-israelischen Testprogramms vom Mittelmeer aus abgefeuerte Raketen aufgespürt.

    Die USA machen ebenfalls Fortschritte bei der Entwicklung neuer Radaranlagen. Aufsehen erregte etwa das seegestützte Radar SBX gegen ballistische Raketen. Wie der Sender weiter berichtet, verbraucht diese Anlage jedoch viel Strom, was ihren ununterbrochenen Betrieb wahrscheinlich erschwert. Wladislaw Schurygin erläutert: „Ein schwimmendes Radar bedeutet einen ganz anderen Ansatz. Die Amerikaner transportieren ihre Anlage, um sie möglichst nah an der russischen Grenze zu platzieren; sie schließen sie an eine Stromquelle an und beginnen dann mit dem unmittelbaren Einsatz. Bei uns ist die Technologie eine völlig andere.“

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    In der Geschichte der amerikanischen Radaranlage ging es nicht ohne eine gewisse Ironie ab: Ihre halb versenkbare Plattform wurde im russischen Wyborg gebaut, um bei Ölprojekten zum Einsatz zu kommen. Doch der norwegische Auftraggeber Moss Maritime verkaufte die Plattform an den US-Konzern Boeing weiter.

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