20:15 08 April 2020
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    Die Größe, Organisation und die globale Rolle der US-Militärmaschine nach dem Ende des Kalten Krieges werden nicht dem Risiko gerecht, einen großen blutigen Krieg führen zu können.

    Dies schreiben die Experten Nora Bensahel und Generalleutnant a.D. David Barno von der „School of International Service“ an der American University in einem Artikel für das Portal „War on the Rocks“.

    „Fast niemand in einem Rang niedriger als ein Oberst hat in der Armee gedient, die mit einem Gegner auf Augenhöhe zu tun hatte. Sie waren nie mit der realen Aussicht auf die Durchführung eines globalen Krieges zum Schutz der lebenswichtigen Interessen des Staates bzw. seines Überlebens konfrontiert“, so die Experten. 

    Obwohl die Wahrscheinlichkeit eines solchen großen Krieges nicht groß sei, nehme sie wegen der Unruhen und des wachsenden Extremismus zu; die Folgen eines solchen Krieges könnten schrecklich sein, so die Autoren. Ihnen zufolge erfordern die heutigen Konflikte sowie wahrscheinliche unvorhersehbare Ausgaben und die Verwaltung des Verteidigungsministeriums die Mobilisierung aller vorhandenen Ressourcen und Zeit.

    Infografik: Die US-Streitkräfte

    Die Experten nannten etliche Defizite, die das Pentagon beheben muss, wenn es in der Lage sein will, auf einen Konflikt auf diesem Niveau zu reagieren.

    Die erste Schwachstelle des US-Militärsystems seien Hochpräzisionsmunition und moderne Waffen. Den Analysten zufolge würde der größte Teil der vorhandenen Munition in den ersten Wochen eines Krieges zerstört, weil sie in begrenzten Mengen gekauft worden sei und dringend aufgefüllt werden sollte.

    In der ersten Etappe der Kriegshandlungen könnten ebenfalls viele Kampffahrzeuge (Flugzeuge, Drohnen, U-Boote oder Bodentechnik) zerstört werden. Die restliche Kampftechnik könnte möglicherweise nicht mehr aktuell oder anfällig für den Feind sein und müsste dringend ersetzt werden. Weil für die Herstellung der meisten Waffen mehrere Monate und Jahre benötigt werden, sollte der militärisch-industrielle Komplex die Produktion beschleunigen.

    Infografik: Geografie der US-Militärpräsenz

    Das Pentagon sollte Pläne für den Fall eines großen Krieges entwickeln und sorgfältig die Schwachstellen der Streitkräfte und die eigenen Bedürfnisse einschätzen. Zudem sollte das US-Militär bereit sein, die Armee in kurzer Zeit mit neuen Truppen zu versorgen, und dies im Laufe von mehreren Monaten bzw. Jahren tun, solange die Kampfhandlungen nicht beendet seien.

    Experten zufolge könnten sich die USA als das am meisten gefährdete Land für Cyber-Angriffe erweisen, weil ihre Militärs sowie Regierungs- und Wirtschaftsfunktionen von Elektronik abhängen.

    Zudem seien die Amerikaner psychologisch zu so einem Krieg, ernsthaften Zerstörungen und großen Verlusten nicht bereit. Der notwendige Widerstand könne nicht im Voraus entwickelt werden, er bilde sich nur im Laufe eines Krieges heraus, so die Experten.

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    Pentagon, David Barno, Nora Bensahel, USA