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19:35 17 August 2019
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    Nordkoreas Raketenstartplatz Tongchang-ri

    Moskau: Keine Raketentechnik an Nordkorea gegeben – Vorwürfe Südkoreas sind „Unsinn“

    © AP Photo / David Guttenfelder
    Militär
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    Russlands Vizepremier Dmitri Rogosin hat im Gespräch mit der Zeitung „Kommersant“ die Vorwürfe Südkoreas, Russland habe Nordkorea Technologien zur Raketenproduktion übergeben, als „Unsinn“ bezeichnet und betont, dass sich Moskau strikt an das Verbot derer Weitergabe halte.

    Die nordkoreanische Weltraumbehörde gab am Sonntag den erfolgreichen Start der Trägerrakete Kwangmyongsong mit dem Satelliten Kwangmyongsong-4 von Weltraumbahnhof Sohae in der Provinz Pyongyang-pukdo bekannt. Das südkoreanische Militär vermutet, die maximale Reichweite der in Nordkorea gestarteten Rakete könne 13.000 Kilometer betragen. Die Agentur Yonhap teilte unter Berufung auf südkoreanische Geheimdienstermittlungen mit, dass bestimmte Komponenten der Rakete aus Russland stammen würden. Einzelheiten und Bestätigungen wurden nicht angeführt.

    Rogosin, der in der Regierung für den Bereich der Raumfahrt zuständig ist, sagte gegenüber „Kommersant“, die Information, Moskau habe Pjöngjang angeblich Technologien der Raketenproduktion übergeben, sei „völliger Unsinn, der nicht einmal zu einem halben Prozent der Wahrheit entsprechen“ würde.

    „Wir befolgen strikt das Prinzip der Nichtweitergabe von Raketentechnologien. Die von mir geleitete Exportkommission hat nie derartige Genehmigungen für Nordkorea erteilt“, erklärte Rogosin gegenüber der Zeitung.

    Das bestätigte auch Igor Burenkow, Vertreter der staatlichen Weltraumkorporation Roskosmos.

    Das russische Außenministerium ließ im Zusammenhang mit dem Raketenstart in Nordkorea am Sontag verlauten, dass Pjöngjang die Aufrufe der Weltgemeinschaft ignoriere und ein weiteres Mal „einen  provozierenden Verstoß gegen die Normen des Völkerrechts demonstriert“ habe. Wie die Behörde anmerkte, könnten derartige Handlungen die Situation auf der Korea-Halbinsel und in Nordostasien insgesamt ernsthaft zuspitzen, was „jenen in die Hand spiele, die auf eine Blockpolitik und die Aufstockung des militärischen Gegenüberstehens setzen. Dabei schaden sie ernsthaft der Sicherheit der Staaten der Region, in erster Linie der Demokratischen Volksrepublik Korea selbst“.

    Nordkorea hatte sich im Jahr 2005 zur Atommacht erklärt und in den Jahren 2006,2009 und 2013 unterirdische Atomtestversuche durchgeführt.  2009 war Pjöngjang aus den sechsseitigen Verhandlungen ausgetreten, an denen neben den beiden koreanischen Staaten Russland, die USA, China und Japan teilgenommen hatten. Der UN-Sicherheitsrat forderte in mehreren Resolutionen von Nordkorea die Einstellung seiner Tätigkeit in der Nuklearsphäre. Die UN-Resolutionen 1718 und 1874 enthalten neben Sanktionen auch die Forderung an Nordkorea, keine Atomtestversuche durchzuführen, keine ballistischen Raketen zu starten und zu den Verhandlungen zur Denuklearisierung der Korea-Halbinsel zurückzukehren.

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    Tags:
    Kwangmyongsong-4, Außenministerium Russlands, Dmitri Rogosin, Südkorea, Nordkorea, Russland