07:10 29 September 2020
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    Regelung der Syrien-Krise (2016) (515)
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    Entgegen der Beschuldigungen westlicher Politiker ist Russland nicht „im syrischen Moor“ steckengeblieben, sondern hat ein Ende des Krieges in diesem Land in greifbare Nähe rücken lassen, wie der ehemalige britische Diplomat und Geheimdienstler Alastair Crooke meint.

    Dank Russlands Unterstützung sind die von Baschar Assad geführten Truppen dem Sieg in Syrien näher gekommen, schreibt der Ex-Mi6-Mitarbeiter und Nahostexperte Alastair Crooke in einem Bericht für die Huffington Post.

    Anfang Februar hat die syrische Armee den Terrormilizen die Versorgungswege aus der Türkei bei Aleppo im Norden des Landes abgeschnitten. Eine weitere Offensive werde eine Umstellung der Terroristen durch die Regierungskräfte in Aleppo ermöglichen können. Falls die Armee sich mit den Kurden bei ihrem Vormarsch gen Norden vereinigt, würden fast alle Kräfte der al-Nusra-Front und des IS in einen Kessel geraten. 

    An der Grenze zur Türkei bleibe nur noch ein vom IS kontrollierter Korridor. Dieser könne von den syrischen Kurden, die sich östlich vom Euphrat befinden, blockiert werden. Obwohl Ankara schon erklärt hatte, es werde die kurdischen Grupperungen vom Übergang ans westliche Ufer abhalten, schließen die Kurden selbst diesen Schritt nicht aus, so Crooke.

    Der türkische Präsident Tayyip Erdogan
    © AP Photo / Burhan Ozbilici
    Auch Moskau habe zu verstehen gegeben, dass es alle Kanäle zwischen der Türkei und Syrien, die die Terrorristen unter Kontrolle halten, kappen werde. Hierzu erinnert der Ex-Mi6-Agent an die vom russischen Verteidigungsministerium vorgelegten Beweise für eine von türkischer Seite geplante Invasion in Syrien. Er schließe nicht aus, dass dies als Warnung Moskaus an Ankara verstanden werden sollte.

    Selbst  wenn die Türkei eine Operation in Syrien beginne, könne sie nur mit moralischer und verbaler Unterstützung seitens der NATO rechnen, schreibt Crooke weiter. Russland werde klar die Oberhand in der Luft behalten. 

    „Im Klartext heißt das, dass sich die Situation in Syrien allem Anschein nach nicht zu ‘einem Moor’ hin entwickelt, wie viele westliche Politiker es einschätzen, sondern sie nähert sich einem deutlichen Militärausgang“, unterstreicht der Autor.

    Der Verhandlungstisch befinde sich nicht in Genf, sondern „auf den Schlachtfeldern von Idlib und Aleppo“, so Crooke.

    Im Endeffekt könne Syrien als ein mächtiger Regionalstaat auferstehen, Russland und der Iran würden ebenso als Sieger hervorgehen. Der Westen, der verschwommene Ergebnisse seiner Militäroperationen gewohnt ist, werde sich allerdings nur schwer damit abfinden können, schließt Alastair Crooke.

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