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05:31 19 August 2019
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    Strategischer Langstreckenbomber Tu-160

    Russland verwandelt Tu-160-Bomber in „prinzipiell neues Flugzeug“

    © Wikipedia/ Alex Beltyukov
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    Die neue Modifikation des Langstreckenbombers Tu-160 soll nach Angaben der russischen Militärspitze praktisch in jeder Hinsicht effizienter sein als die aktuelle Version. Dank dieser Modernisierung geht die sowjetische Maschine in wenigen Jahren wieder in Serie. Parallel wird an einem Bomber der nächsten Generation gearbeitet.

    Der in Samara ansässige Hersteller Kusnezow bereitet sich auf die Serienproduktion verbesserter Triebwerke des Typs NK-32 für die neue Modifikation des Tu-160-Bombers vor. Für diese Zwecke werden die Prüfstände im Produktionswerk umgerüstet, berichtet die regionale Onlinezeitung Samara.ru am Mittwoch.

    Die ersten fünf Triebwerke sollen bereits im laufenden Jahr geliefert werden. Das bestätigte der stellvertretende Verteidigungsminister Juri Borissow, der den Produktionsstandort soeben inspizierte.

    Mehr zum Thema: Tu-160-Bomber wird noch stärker: „Nur der Rumpf bleibt derselbe“

    Die neue Modifikation des Bombers bekommt den Codenamen Tu-160M2. Laut Borissow soll sie faktisch in jeder Hinsicht besser sein als die aktuelle Version: „Das ist ein prinzipiell neues Flugzeug, das sich praktisch in allen Parametern von jener Tu-160 unterscheidet, die derzeit zur Verfügung steht. Organisatorisch und technologisch ist das eine sehr komplizierte Arbeit.“

    Wie der Vizeminister mitteilte, laufen die Produktionsvorbereitungen in den zuständigen Betrieben planmäßig: „Den Ablauf verfolgen wir praktisch in Echtzeit. In den Betrieben sind Kameras installiert, wir beobachten alles mit Videokonferenzen.“

    Die Produktion der aktuellen Tu-160-Version war mit dem Zerfall der Sowjetunion ausgesetzt worden. Im Jahr 2015 wurde jedoch ein Neustart des Projekts beschlossen. Wie es hieß, soll die unmittelbare Herstellung der modernisierten Version spätestens 2023 beginnen.

    Die Entwicklung der elektronischen Ausrüstungen für die Maschine soll nach Angaben des zuständigen Konzerns KRET bereits 2020 zu Ende gebracht werden. Der Konzern tüftelt an neuen Datenverarbeitungs-, Kontroll- und Navigationssystemen, aber auch an einer besseren Waffensteuerung. Geplant ist eine modernere Anlage zur elektronischen Kampfführung. Der Hersteller sprach außerdem von Elementen der „integrierten modularen Avionik“, die dann auch bei dem noch im Planungsstadium befindlichen Langstreckenbomber PAK DA Anwendung finden soll.

    Video: Tu-160-Bomber testen Flügelraketen

    Generell verfügt Russland derzeit über Langstreckenbomber von drei Typen: Tu-160, Tu-22M3 und Tu-95MS. Der Bomber mit der vorläufigen Bezeichnung PAK DA ist ein völlig neues Projekt. Daran wird parallel zu der Tu-160-Modernisierung gearbeitet.

    Die „Nesawissimaja Gaseta“ kommentiert: „Die Wiederaufnahme der Tu-160-Produktion soll nach Ansicht der Militärs die Entwicklungsarbeiten an dem Bomber der neuen Generation, dem Projekt PAK DA, nicht behindern, obwohl dessen Umsetzung verschoben werden muss. Die Verzögerung gehe auf die schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse im Land zurück, räumte Juri Borissow ein. Luftwaffenchef Viktor Bondarew geht jedoch davon aus, dass der erste PAK DA-Prototyp bereits vor 2021 in den Himmel steigen könnte.“

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    Tags:
    Tu-95MS, Tu-22M3, NK-32, Tu-160, Juri Borissow, Russland