23:44 23 September 2017
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    Russlands Vizeregierungschef Dmitri Rogosin und Staatspräsident des Irak Fuad Masum

    „Russische Rüstungsbranche erstarkt“: Günstiger Zeitpunkt für Waffen-Deals mit Irak

    © Sputnik/ Sergei Mamontov
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    Moskau und Bagdad haben derzeit gute Chancen darauf, ihre militärtechnische Kooperation auszubauen: Die russische Rüstungsindustrie ist wieder stark und der Irak braucht neue Waffen. Das sagen Experten mit Blick auf den aktuellen Bagdad-Besuch des russischen Vizepremiers Dmitri Rogosin. Dieser bietet dem Irak gemeinsame Industrieprojekte an.

    Bei seinem Treffen mit dem irakischen Parlamentspräsidenten Salim al-Dschaburi in Bagdad sagte Rogosin, Russland sei bereit, sowohl seine Waren an den Irak zu liefern als auch mögliche gemeinsame Industrieprojekte zu besprechen: „Wir haben ein sehr großes Potenzial – erst recht wenn wir berücksichtigen, dass die Selbstkosten unserer Industrieerzeugnisse (nicht nur aus dem Rüstungs-, sondern auch aus dem zivilen Bereich) wegen des Währungskurses zurückgegangen sind, wobei die Qualität traditionell hoch bleibt.“ 

    Al-Dschaburi sagte, der Besuch der von Rogosin geleiteten Delegation gebe hoffentlich kräftige Impulse für die Kooperation im politischen und Wirtschaftsbereich: „In den schweren Zeiten, die wir jetzt erleben, ist diese Zusammenarbeit besonders wichtig.“

    Der mehr als 100-köpfigen Delegation aus Moskau gehören mehrere Vizeminister sowie der Chef der russischen Behörde für militärtechnische Kooperation an. „Erstmals kommt solch eine repräsentative Delegation russischer Regierungsbeamter und Geschäftsleute in die Nahost-Region. Wahrscheinlich bringt der Besuch positive Ergebnisse“, kommentierte Wladimir Sotnikow, Experte des Orientalistik-Instituts der Russischen Akademie der Wissenschaften, im Radiosender Kommersant FM.

    Sotnikow erläuterte, der Zeitpunkt für den Besuch sei sehr günstig. Erstens demonstriere die russische Luftwaffe jetzt ihre Effizienz im Kampf gegen die Dschihadisten. Zweitens spiele die Wirtschaftssituation eine wichtige Rolle: „Der Irak zahlt uns mit Öl zu, weil unsere Gas- und Ölkonzerne seine Vorkommen erschließen. Und das dritte Moment besteht darin, dass es längst an der Zeit ist, ausgerechnet mit dem Irak die militärtechnische Kooperation auszubauen, denn das ist ein sehr aussichtsreiches Land.“  

    Wladimir Issajew, Professor am Asien- und Afrika-Institut der Staatsuniversität Moskau, kommentierte für Kommersant FM: „Einst war der Irak unser zweigrößter Handels- und Wirtschaftspartner hinter Indien gewesen. Wir hatten eine sehr substantielle militärtechnische Zusammenarbeit. Nun wurde die russische Rüstungsindustrie wieder robust. Dem Irak stehen dabei veraltete gepanzerte Kampffahrzeuge aus sowjetischer Produktion zur Verfügung. Er braucht neue Militärtechnik für das Heer und für die Luftwaffe.“

    „Am wichtigsten wäre die Entsendung von Fachleuten, die den irakischen Streitkräften den Umgang mit diesen neuen Waffensystemen beibringen könnten. Denn der Versuch der Amerikaner, die irakische Armee auf die US-Waffen umzuorientieren, hat eigentlich zu keinen ernstzunehmenden Erfolgen geführt“, so Issajew.

    Im Jahr 2012 hatten Russland und der Irak bereits mehrere Waffen-Deals im Gesamtwert von rund 4,2 Milliarden US-Dollar geschlossen. Demnach erhielt der Irak Luftabwehrsysteme des Typs Panzir-S1, Hubschrauber Mi-35 und Mi-28NE. Später kaufte das Land außerdem neun russische Erdkampfflugzeuge Su-25 und zehn Mehrfachraketenwerfer des Typs TOS-1A Buratino

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    Mi-28, Öl, Gas, Su-25, Mi-35, Panzir-S1, Buratino-System, Wladimir Issajew, Wladimir Sotnikow, Dmitri Rogosin, Salim al-Dschaburi, Irak