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07:09 12 November 2019
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    Kampfjet des Typs Su-35

    Asien statt Europa: Russland wirbt um neue Käufer für seine Kampfjets

    © Foto : Sukhoi Company
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    In Asien sind sowohl altbewährte als auch modernste russische Kampfjets und Hubschrauber gefragt, deshalb ist die aktuelle Singapore Airshow 2016 laut Experten von besonderer Bedeutung. Der russische Luftwaffeneinsatz in Syrien schüre die Nachfrage.

    Der russische Fernsehsender Swesda kommentiert am Mittwoch in seiner Onlineausgabe: „Die Luftfahrtmesse in Singapur ist die drittgrößte weltweit hinter denen in Le Bourget und Farnborough. Für Russland ist sie derzeit sehr wichtig. Denn seit 2014 versucht man nachhaltig, russische Militärflugzeuge und —hubschrauber von europäischen Messegeländen zu verdrängen (…) Obwohl Großbritannien im Juli 2014 die russische Teilnahme an der damaligen Farnborough-Messe nicht direkt verweigert hatte, erteilte das britische Konsulat den meisten Delegationsmitglieder der russischen Flugzeugbau-Holding UAC nicht rechtzeitig die nötigen Visa. Dadurch wurde Russlands Programm verhindert. Mit Blick auf jenen Vorfall wollte die russische Staatsholding Rostec ein Jahr später keine Kampfjets und Kampfhubschrauber mehr im französischen Le Bourget präsentieren.“

    Doch Flugzeuge und Hubschrauber aus Russland finden auch außerhalb der europäischen Messen guten Absatz, wie der russische Militärexperte Michail Chodarenok betont: „Alle potenziellen Käufer russischer Maschinen befinden sich nach wie vor in Indien, China, im Nahen und Mittleren Osten, in Afrika und Lateinamerika. Jedes Land hat seine Besonderheiten in Sachen Politik, Landschaft und Klima. Generell haben wir auf diesem Markt aber nichts eingebüßt“, so der Experte.

    Bei der diesjährigen Messe in Singapur zeigt Russland seine Kampfjets Su-35 und Su-30SME, das Trainingsflugzeug Jak-152, aber auch den Jak-130-Jet, der sowohl für Kampf- als auch Trainingseinsätze konzipiert ist.

    Infografik: Die Möglichkeiten des russischen Kampfjets Su-35

    Darüber hinaus bietet Russland verschiedene Hubschrauber an. Zum Auftakt der Messe unterzeichnete die Holding Russian Helicopters bereits einen Vertrag, wonach sieben Ka-32A11BC- und zwei Mi-171E-Maschinen an China geliefert werden sollen. Wie der Geschäftsführer der Holding, Alexander Schtscherbinin sagte, bekunden einige südostasiatische und Nahost-Länder Interesse am leichten Hubschrauber Ka-226T. Bei der Messe werden außerdem die Mi-38 und die Mi-35M angeboten.

    Der Sender kommentiert weiter: „Die Nachfrage nach russischen Waffen wurde nicht zuletzt durch den Luftwaffeneinsatz in Syrien geschürt. So wurde Ende des vergangenen Jahres mitgeteilt, dass Ägypten 62 Hubschrauber des Typs Ka-52 Alligator kaufen will. Algerien vereinbarte mit Russland eine Lieferung von zwölf Su-34-Jagdbombern. Der Iran und Indonesien zeigen Interesse jeweils am Su-30- und am Su-35-Jäger.“

    Infografik: Der Allwetter-Kampfhubschrauer Ka-52

    Dass die Su-30 den Iran wirklich interessiert, bestätigte ein ranghoher Mitarbeiter der russischen Behörde für militärtechnische Kooperation. Er sagte am Mittwoch gegenüber der Agentur Ria Novosti: „Vorerst wird darüber verhandelt. Im Laufe des Jahres soll der Vertrag unterzeichnet werden.“

    Der russische Militärexperte Ilja Kramnik schreibt in einem Gastbeitrag für das Nachrichtenportal Lenta.ru: „Zwar verspricht die Messe in Singapur weder Rekord-Deals noch bahnbrechende Verträge für den russischen Flugzeugbau: Durchbrüche und Großerfolge werden meistens dem russischen Luft- und Raumfahrtsalon MAKS sowie indischen und chinesischen Foren ‚vorbehalten‘. Doch die aktuelle Airshow in einem der meistentwickelten Länder des Asien-Pazifik-Raums ermöglicht, die Attraktivität des russischen Angebots im Vergleich zu den wichtigsten Marktkonkurrenten direkt einzuschätzen.“

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    Tags:
    Su-34, Ka-52, Mi-171, KA-226T, Jak-152, Jak-130, Su-30, Su-35, Singapore Airshow 2016, Singapur