08:56 14 August 2018
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    Türkische Panzer an der Grenze zu Syrien am 16. Februar, 2016

    Medien: Von Erdogans Anti-Kurden-Kampf kann IS als „lachender Dritter“ profitieren

    © AFP 2018 / Bulent Kilic
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    Die Türkei verfolgt seit vergangenem Sommer einen harten Konfrontationskurs gegen die Kurden. Und noch scheint dabei kein Ende in Sicht zu sein. Nach den Anschlägen von Ankara und der Provinz Diyarbakır, bei denen mindestens 34 Menschen getötet worden waren, droht eine weitere Eskalation in Nordsyrien, wie die Online-Zeitung Kurier berichtet.

    Wenn zwei sich streiten… Als „lachender Dritte“ könnte dabei vor allem die Terrormiliz Daesh (auch „Islamischer Staat“, IS) in Syrien hervorgehen und sich wieder stabilisieren.

    Die türkischen Behörden hätten der syrischen Rebellengruppe "Front der Levante"  erlaubt, Verstärkung mit leichten und schweren Waffen über die Grenze nach Syrien zu bringen, so Reuters unter Berufung auf einen Kommandanten der Miliz. Bis zu 2000 Kämpfer und deren Kriegsgerät überquerten demnach den Grenzübergang Bab al-Salam, wenige Kilometer nördlich der Stadt Azaz.

    Hier sollen dem Kurier zufolge die frischen Rebellentruppen im Auftrag von Ankara Aufständische im Kampf gegen die syrische Kurdenmiliz der sogenannten Volksbefreiungseinheiten (YPG) unterstützen. Die YPG ist der bewaffnete Flügel der kurdischen Demokratischen Unionspartei (PYD). Diese macht die Türkei für den Anschlag mit 28 Toten vom Mittwoch in Ankara verantwortlich.

    YPG und PYD sind syrische Ableger der kurdischen Arbeiterpartei PKK. Sie hatten sich zwei Autonomiezonen im Norden Syriens gesichert, und könnten diese nun – auch durch den Vorstoß bei Azaz – miteinander verbinden.

    „Die Türkei befürchtet die Entstehung eines PKK-beherrschten Kurdenstaates vor ihrer Haustür und setzt alles daran, den Vormarsch zu stoppen“, schreibt Kurier.

    Die PKK behauptet derweil, nicht nur Rebellen, sondern auch türkische Militärfahrzeuge seien in Syrien eingedrungen, was bislang jedoch nicht bewiesen werden konnte.

    Weder die PKK, noch die türkische Regierung wollen an den Verhandlungstisch zurückkehren und bevorzugen eine militärische Regelung des Konflikts. Doch nach Meinung von Beobachtern sei Erdogans Konfrontationskurs auf Dauer zum Scheitern verurteilt. Die Türkei habe die PKK in mehr als 30 Jahren Krieg nicht besiegen können und werde es auch jetzt nicht schaffen. Nur eine politische Lösung könne den Konflikt beenden. Kritiker würden, so der Kurier, daher empfehlen, Gespräche mit den syrischen Kurden wieder aufzunehmen.

    Erdogan jedoch zeige keinerlei politischen Willen zur Kursänderung. Er sehe den Schlüssel zur Lösung des Konflikts in einer Entmachtung des syrischen Präsidenten Baschar Assad, sowie dem Ende der US-Hilfe für die YPG, die für Washington ein wichtiger Verbündeter im Kampf gegen den Daesh ist.

    „Sollten die USA unter dem Druck Ankaras ihre Hilfe für die syrischen Kurden verringern oder einstellen, könnte sich der IS als lachender Dritte dieser Konfrontation im Norden Syriens nach einer Serie von Rückschlägen wieder stabilisieren“, schließt die Online-Zeitung.

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    Tags:
    Konflikt, Krieg, Konfrontation, Waffen, Kurdenpartei PYD, Terrormiliz Daesh, Arbeiterpartei PKK, Recep Tayyip Erdogan, Türkei, Syrien
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