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    Sowjetischer „Vorhang“ gegen Feindbeschuss russischer Panzer immer noch wirkungsvoll

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    Militär
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    Manche abstandsaktive Schutzsysteme, die derzeit dem russischen Heer zur Verfügung stehen, stammen noch aus der Sowjetzeit, sind aber nach wie vor effizient. So ermöglicht beispielsweise das System Schtora gepanzerten Kampffahrzeugen gute Überlebenschancen. Parallel werden modernere Ausrüstungen für diese Zwecke entwickelt.

    Wie der Fernsehsender Swesda berichtet, ist die Ende der 1980er Jahre entwickelte Anlage des Typs Schtora (dt. „Vorhang“) dafür geeignet, Panzer und Schützenpanzer insbesondere vor lasergelenkten Panzerabwehrwaffen zu schützen.

    Die Sensoren dieses Schutzsystems erkennen die Richtung der Laserstrahlung, die von der anfliegenden Rakete ausgeht. Die Besatzung des Kampffahrzeugs wird sofort über den Beschuss informiert – entweder gibt es ein akustisches Alarmsignal oder leuchtet ein Indikator auf dem Pult auf. Parallel setzt das System automatisch Aerosol-Granaten ein. Die erzeugte Aerosol-Wolke schwächt die Laserstrahlung und behindert die anfliegende Rakete bei der Zielsuche.

    Das Schtora-1-System verfügt außerdem über zwei Infrarot-Scheinwerfer. Diese haben eine Reichweite von 2,5 Kilometern. Je mehr sich die Rakete nähert, desto stärker sind die Störungen durch den Scheinwerfer. In der Schlussphase ihres Fluges wird die Rakete völlig „blind“ und weicht vom Kurs ab.

    Die Tests haben die hohe Effizienz des „Vorhangs“ bestätigt. Je nachdem, welches Projektil gegen das Kampffahrzeug abgefeuert wird, reduziert die Schtora-Anlage die Wahrscheinlichkeit eines Treffers um bis zu 75 Prozent, wie der TV-Sender weiter berichtet.

    Dabei ist das Schutzsystem in der Lage, gleich mehrere Lenkraketen zu bekämpfen, die aus verschiedenen Richtungen kommen. Die Aerosol-Wolke entsteht 55 Meter vor dem Kampffahrzeug. Um sie zu erzeugen, braucht das automatische System höchstens drei Sekunden nach dem gegnerischen Raketen-Abschuss.

    Unterdessen wurden auch Schutzsysteme mit anderen Funktionsprinzipien entwickelt. Die Anlage Arena-E, die am modernisierten russischen Schützenpanzer BMP-3 installiert wird,  soll die anfliegenden Raketen nicht verwirren, sondern direkt zerstören. Für diese Zwecke hat der Schützenpanzer mehrere Startvorrichtungen, um spezielle Munition auf das gegnerische Projektil abzufeuern. Dies geschieht ebenfalls automatisch.

    Abstandsaktive Schutzsysteme für gepanzerte Kampffahrzeuge gibt es auch im Westen. Beispiele dafür wären etwa MUSS oder AMAP ADS. Die Konstrukteure sowohl in Russland als auch im Ausland tüfteln daran, die Reaktionszeit bei einem Beschuss weiter zu reduzieren – möglichst auf Sekundenbruchteile. Neben solchen Systemen braucht das Kampffahrzeug aber auch eine gute Panzerung, um seine Überlebenschancen zu erhöhen.

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    Schützenpanzer BMP-3, BMP-2