17:00 12 Dezember 2017
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    Gefährliches Spiel aus Sowjetzeit: MiG-31-Jäger verscheucht superschnellen US-Spion

    © Flickr/ US Military
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    Nach dem Abschuss einer U-2 über der Sowjetunion setzten die USA schnellere Spionageflugzeuge ein. Die sowjetische Luftwaffe musste Gegenmaßnahmen treffen. Im Fernen Osten kam es schließlich zu einer Art Katz-und-Maus-Spiel.

    Nachdem die sowjetische Flugabwehr im Mai 1960 ein von Francis Powers pilotiertes Spionageflugzeug des Typs U-2 abgeschossen hatte, korrigierten die USA ihre Pläne für weitere Aufklärungsflüge. Die neue Maschine, die dafür eingesetzt wurde, war die SR-71 (Blackbird, dt. Amsel).

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    Wie der russische TV-Sender Swesda berichtet, bereiteten SR-71-Flüge in den 1980er Jahren den sowjetischen Abfangjägern nahe der Halbinsel Kamtschatka viel Nervenkitzel. Die „Amsel“ flog mit einer für die damaligen Verhältnisse enormen Geschwindigkeit von 3.500 km/h.

    Im Gegensatz zur U-2 drang die SR-71 nie in den sowjetischen Luftraum ein, hielt sich aber ständig knapp vor der Staatsgrenze auf. Die sowjetische Flugabwehr ortete den Luftspion regelmäßig, konnte aber vorerst keine Gegenmaßnahmen treffen, weil er zu schnell war.

    Die SR-71 hatte ihre gewohnten Routen, deshalb konnte man ihren Aufenthalt im Voraus kalkulieren. Um dem Spion eine Lektion zu erteilen, arbeitete die sowjetische Luftwaffe endlich einen akribischen Plan aus.

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    Oberstleutnant a.D. Anatoli Sawtschenko erzählte dem Sender: „Es genügte nicht, ein solches Flugzeug einzuholen. Seinem Piloten und allen, die in den USA für jene Flüge zuständig waren, musste man zu verstehen geben, dass die Sowjetunion bereit war, zum Null-Toleranz-Prinzip zu greifen, falls der Gegner einen Fehler begeht.“

    In dem Luftgebiet, wo die „Amsel“ erscheinen sollte, wurde eine große Vorbereitungsarbeit geleistet. Die erwarteten Koordinaten wurden mit einer Präzision von bis mehrere Hundert Meter berechnet. Und sowjetische MiG-31-Abfangjäger mit Luft-Luft-Raketen bekamen einen ungewöhnlichen Auftrag. Jenen Einsatz gegen den US-Spion vergleicht der Sender mit einem Katz-und-Maus-Spiel.

    Laut Sawtschenko erschien ein MiG-31-Kampfjet plötzlich rund 2.000 Meter direkt unter der „Amsel“, erfasste sie mit seinem Radar und nahm sie elektronisch „aufs Korn“. Als die SR-71 entdeckte, dass sie direkt ins Visier geriet, wich sie sofort von ihrem bisherigen Kurs ab und entfernte sich möglichst schnell von Kamtschatka.

    Nach jenem „Spiel“ nahe der sowjetischen Grenze ließ sich die „Amsel“ dem Bericht zufolge dort lange nicht mehr sehen. Erst später nahm sie ihre Aufklärungsflüge dort wieder auf, diesmal aber mit einem wichtigen Unterschied: Der Abstand zur sowjetischen Grenze war nun doppelt so groß wie früher.

    Tags:
    U-2, MiG-31, SR-71 Blackbird, Russland, USA
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