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16:44 22 September 2019
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    Indische Marine übernimmt Flugzeugträger „Vikramaditya“ von Russland

    „Seesturm“ mit Exportchancen: Russlands geplanter Flugzeugträger interessiert Indien

    © Sputnik / Pavel Kononov
    Militär
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    Indien ist einem Zeitungsbericht zufolge dazu geneigt, den in Russland entworfenen neuen Flugzeugträger, genannt „Seesturm“, als Grundlage für den Bau seiner eigenen Kriegsschiffe dieser Klasse zu nutzen.

    Wie die russische Tageszeitung „Iswestija“ am Dienstag berichtet, will Indien mit hoher Wahrscheinlichkeit den Entwurf des geplanten russischen Flugzeugträgers des Projekts 23000E Storm (dt. Seesturm) übernehmen. Derzeit bereitet Indien eine entsprechende Ausschreibung vor. Zwar wollen auch die USA und Frankreich sich um den Auftrag bewerben, doch das russische Angebot erregt nach Informationen der Zeitung mehr Interesse in Neu-Delhi.

    Der russische Marineexperte Alexander Mosgowoi sagte dem Blatt: „Das russische Projekt lässt sich ins Konzept des indischen Ministerpräsidenten Narendra Modi gut einbetten. Dessen Programm mit dem Motto ‚Made in India‘ zielt darauf ab, Indien in ein Industrieland zu verwandeln. Der Anteil der Industriebranche am Bruttoinlandsprodukt soll mit staatlicher Unterstützung von 15 auf 25 Prozent erhöht werden. Im Moment ist nur Russland bereit, nicht nur die eigentliche Militärtechnik, sondern auch das Know-how an Indien zu verkaufen.“

    © Sputnik . Alexander Petrow
    Umgebauter Sowjet-Flugzeugträger sticht zu Probefahrt in See

    Dieses Moment ist maßgeblich wichtig. Mosgowoi weist darauf hin, dass die USA ihr Know-how auf diesem Gebiet bislang niemandem zur Verfügung gestellt haben. Einem Bericht von „Defense News“ zufolge erörterten die USA und Indien in der vergangenen Woche Aussichten auf eine mögliche Kooperation in Sachen Flugzeugträger-Bau, doch, wie aus dem indischen Verteidigungsministerium verlautete, konnte keine Einigung erzielt werden. Ähnliche Probleme gibt es mit den Franzosen.

    Der neue russische Flugzeugträger existiert vorerst nur als Entwurf. Das 300 Meter lange Schiff mit einer Wasserverdrängung von 100.000 Tonnen soll bis zu 100 Maschinen verschiedener Klassen mitführen. Insbesondere geht es um Jagdflugzeuge des Typs T-50 und MiG-29K/KUB, um Radarflugzeuge (vermutlich Jak-44E), aber auch um Hubschrauber.

    Valeri Polowinkin, Sprecher des in St. Petersburg ansässigen Entwicklers Krylow, erläutert: „Der Rumpf und das Deck wurden von ihrer Form her so konzipiert, um bei einer begrenzten Wasserverdrängung und bei begrenzten Abmessungen möglichst viel Fluggeräte an Bord nehmen zu können. Dieses Ziel ist erreicht.“

    Auf diesem Flugzeugträger sollen laut Polowinkin Flugzeuge und Hubschrauber in der Lage sein, selbst bei einem Seesturm zu starten. Geplant sind sowohl Sprungschanzen als auch Katapulte. Das Schiff selbst bekommt einen Atomantrieb.

    Der russische Militärexperte Wadim Kosjulin sagt: „Im militärtechnischen Bereich hat Russland bereits mehrere erfolgreiche strategische Projekte mit Indien. Dazu zählen die Entwicklung des Überschall-Marschflugkörpers BrahMos, der Bau von Su-30MKI-Jägern durch Hindustan Aeronautics Limited, die Entwicklung einer MiG-29K-Version für den indischen Flugzeugträger „Vikramaditya“. Russland ist das einzige Land, das ein modernstes atomgetriebenes Mehrzweck-U-Boot an Indien verleast hat, und zwar die K-152 „Nerpa“ („Chakra“). Nun soll über das Verleasen eines weiteren U-Bootes dieser Klasse entschieden werden. Russland hat Indien auch beim Entwerfen des mit ballistischen Raketen ausgerüsteten Atom-U-Bootes „Arihant“ geholfen.“

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    Tags:
    MiG-29K, T-50-Kampfjet, Wadim Kosjulin, Alexander Mosgowoi, Russland, Indien