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    Trainings- und Kampfflugzeuge Jak-130

    Was will der Iran – Geschäfte mit Russland oder westliche „Waffen-Knechtschaft“?

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    Trotz der Aufhebung der Sanktionen mangelt es dem Iran an industriellen Kapazitäten, um massiv moderne Waffen zu bauen. Dies gibt Anbietern aus Russland gute Chancen, prognostiziert ein Militärexperte. Er nennt konkrete russische Waffensysteme, die Teheran besonders interessieren könnten.

    Der russische Militärexperte Anatoli Sokolow schreibt in einem Gastbeitrag für die neue Ausgabe der Wochenzeitung „WPK“, der Iran sei derzeit wohl der aussichtsreichste Waffenmarkt für Russland.

    „In absehbarer Zukunft wird sich die politische und Militärführung des Iran vermutlich darauf konzentrieren, die zur Verfügung stehende Militärtechnik zu modernisieren und eigene Systeme durch das Kopieren ausländischer Vorbilder zu entwickeln. Eine groß angelegte Produktion moderner Waffen ist allerdings wenig wahrscheinlich, und zwar wegen der mangelnden bzw. fehlenden Industriebasis für diese Zwecke“, so die Prognose.

    Russian Expo Arms-2013
    © RIA Novosti . Sergey Mamontov

    Die USA mit ihren Verpflichtungen gegenüber Israel sowie Amerikas Verbündete zeigen laut Sokolow vorerst keine Bereitschaft, mit dem Iran militärtechnisch zu kooperieren, zumindest auf offizieller Ebene: „Außerdem stammen viele iranische Waffen aus sowjetischer Produktion. Es wäre für das Land unerschwinglich, sie komplett auszutauschen und sich auf die westlichen Standards umzuorientieren (diese Bedingung wird man ja zweifelsohne an Teheran stellen). Sollte sich der Iran doch für eine solche Umorientierung entscheiden, gerät er in eine ewige Waffen-Knechtschaft, aus der es dann keinen Ausweg gibt.“

    „All dies erhöht deutlich Russlands Chancen, eine dominierende Position auf dem iranischen Waffenmarkt einzunehmen“, so Sokolow. Er weist darauf hin, dass etwa der iranische Verteidigungsminister Hossein Dehghan für eine militärtechnische Kooperation mit Russland plädiert. Kürzlich hatte Dehghan in Moskau zu diesem Thema verhandelt.

    Welche konkrete Militärtechnik könnte der Iran in Russland vor allem bestellen? Das wären laut Sokolow Jagdflugzeuge Su-30SM, Trainings- und Kampfflugzeuge Jak-130, Hubschrauber Mi-8 und Mi-17. Auch küstengestützte Seezielflugkörper des Typs Jachont sowie Überwasserschiffe und dieselelektrische U-Boote könnten den Iran interessieren.

    „Es besteht auch kein Zweifel an Teherans Wunsch, seine Luftabwehr-Bestände deutlich zu erneuern und den zuvor geplatzten S-300-Deal mit Russland endlich umzusetzen. Ziemlich hoch ist auch die Wahrscheinlichkeit, einen iranischen Auftrag für die Modernisierung sowjetischer Luftabwehrsysteme S-200, S-75 und Quadrat zu erhalten. Ein weiterer Modernisierungs-Auftrag würde elektronische Aufklärungs- und Leitsysteme beinhalten“, schreibt der Experte.

    T-90: Der meistverkaufte Panzer der Welt
    © Sputnik / Ramil Sitdikov

    Darüber hinaus könnte Russland nach Ansicht von Sokolow Radarflugzuge A-10, Militärtransportflugzeuge, Hubschrauber und mit Kalibr-Raketen bestückte Raketenboote anbieten, aber auch eventuell T-90-Panzer mit abstandsaktiven Schutzsystemen sowie gelenkte Panzerabwehrraketen.

    Wie Sokolow mahnt, sollte Russland nicht vergessen, dass auch andere Waffenhersteller den Iran ins Visier nehmen: „Der Iran könnte die Gelegenheit nutzen und sich etwa mit ähnlichen Kooperationsangeboten an China wenden oder an weitere Konkurrenten Russlands im Waffengeschäft. Diese werden ihre Chance dann zweifelsohne nicht vergeben. Selbst während der Laufzeit der Sanktionen hatte China ja mit dem Iran zusammengearbeitet, darunter auch im militärischen Bereich.“

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