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    Chinesische Polizisten in Chaohu

    Größte Armee der Welt: Chinas Militäretat klettert 2016 stark nach oben

    © REUTERS / China Daily
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    In diesem Jahr kann das Budget der chinesischen Streitkräfte laut Medienangaben im Vergleich zum Vorjahr deutlich zunehmen. Angesichts der laufenden Strukturreform der chinesischen Armee und der Spannungen im Südchinesischen Meer seien die Mehrausgaben berechtigt.

    Gründe für den Anstieg der Militärausgaben seien die Strukturreform der chinesischen Streitkräfte und die weiterhin angespannte Lage im Südchinesischen Meer. 

    Chinesisches Hochfrequenzradar auf Spratly-Inseln
    © REUTERS / CSIS Asia Maritime Transparency Initiative/DigitalGlobe

    Der Haushaltsentwurf werde dem höchsten gesetzgebenden Organ des Landes, dem Nationalkongress der Volksvertreter, auf seiner diesjährigen Tagung vorgelegt, die am 5. März beginnt.

    Dazu notiert die englischsprachige „Global Times“ aus China: „Die potentielle Erhöhung des Militäretats des Landes ist gerechtfertigt, weil die Streitkräfte momentan reformiert werden und China vor einer militärisch komplizierteren Situation steht“, schreibt die einflussreiche chinesische Zeitung.

    Am Montag berichtete die „South China Morning Post“ aus Hongkong unter Berufung auf anonyme Quellen aus dem Umkreis der Volksbefreiungsarmee, dass die Militärausgaben Chinas im laufenden Jahr um bis zu 20 Prozent steigen könnten – der größte Anstieg seit 2007.

    „Der Anstieg der Militärausgaben um 20 Prozent ist meiner Ansicht nach angemessen, selbst wenn es die größte Zunahme seit 2007 sein wird“, zitiert das chinesische Blatt die Insiderquelle.

    Nach Ansicht eines weiteren Experten treibt die wachsende Anspannung in den Beziehungen zwischen China, seinen Nachbarstaaten und den USA im Südchinesischen und Ostchinesischen Meer die chinesische Führung dazu, den Wehretat auszuweiten, schreibt die Zeitung.

    Die „Global Times“ verweist jedoch auf eine andere Meinung: „Meiner Ansicht nach wird das Militärbudget soweit erhöht, dass die Anforderungen der nationalen Sicherheit erfüllt werden, ohne die Besorgnis anderer Staaten zu erregen. Einen Anstieg um 20 Prozent halte ich daher für überhöht“, zitiert die chinesische Zeitung einen Militärexperten.

    Der chinesische Staatschef Xi Jinping erklärte im vergangenen September, dass China seine Truppenstärke bis 2017 um 300.000 Reservisten zu reduzieren beabsichtigt. Auch nach dieser Kürzung wird die Volksbefreiungsarmee mit zwei Millionen Mann die zahlenstärkste Armee der Welt bleiben.

    In seinem Umfang ist der chinesische Verteidigungsetat der zweitgrößte hinter dem US-amerikanischen Militärbudget: rund 130 Milliarden US-Dollar gab das Reich der Mitte im vergangenen Jahr für die nationale Sicherheit aus – ein Anstieg um 12,2 Prozent seit 2013.

    Diesem Thema kommt erfahrungsgemäß eine besondere Aufmerksamkeit der Medien und der Weltöffentlichkeit zu. Im letzten Jahr stiegen die chinesischen Wehrausgaben aus Fünfjahressicht minimal – um 10,1 Prozent – und betrugen 135,27 Milliarden Dollar. In den letzten fünf Jahren entwickelte sich Chinas Verteidigungshaushalt stetig steigend: ein Plus von 12,2 Prozent 2014, 2013 waren es 10,7 Prozent; 2012 bzw. 2011 betrug der Anstieg 11,2 bzw. 12,7 Prozent.

    Das Wachstumstempo der Militärausgaben Chinas wird im Westen und bei den Nachbarstaaten des Landes mit Sorge aufgefasst. China wird unterstellt, das Land modernisiere seine Armee, um sich auf einen potentiellen Taiwan-Konflikt vorzubereiten. Zudem rüste es angesichts des angespannten Verhältnisses zu seinen Nachbarstaaten aufgrund ungelöster Territorialstreits im Süd- und Ostchinesischen Meer und wegen des militärischen Wettlaufs mit Indien und Japan weiter auf, heißt es vonseiten der Kritiker.

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    Tags:
    Militär, USA, China