12:28 11 Dezember 2019
SNA Radio
    Protestaktion gegen den sogenannten Anti-Terror-Einsatz der türkischen Armee in Diyarbakır, im Südosten der Türkei

    Türkische Armee gegen Kurden: PKK-Kämpfer bei Zusammenstößen in Südosttürkei getötet

    © REUTERS / Sertac Kayar
    Militär
    Zum Kurzlink
    211056
    Abonnieren

    Bei einem Militäreinsatz in der Stadt Dargecit in der südosttürkischen Provinz Mardin sind am Mittwoch drei türkische Militärangehörige und acht Mitglieder der in der Türkei verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) ums Leben gekommen, wie der türkische Generalstab am Donnerstag berichtet.

    Wie die Zeitung Milliyet am Vortag mitgeteilt hatte, hat die türkische Polizei Wasserwerfer, Tränengas und Gummigeschosse zur Auflösung einer anderen Protestaktion in Diyarbakır, ebenfalls im Südosten der Türkei, eingesetzt. Dort hätten mehrere Hundert Stadtbewohner gegen den sogenannten Anti-Terror-Einsatz der türkischen Armee protestiert. Mehr als 30 Aktionsteilnehmer wurden laut Medienberichten festgenommen.   

    Wie der Co-Vorsitzende der kurdischen Demokratischen Regionspartei (DBP), Kamuran Yüksek, am Mittwoch in einem Sputnik-Interview mitteilte, rechtfertigt die Regierung in Ankara ihr militärisches Vorgehen gegen Kurden im Südosten des Landes mit der Schaffung von Feindbildern. Ein Teil der türkischen Gesellschaft begrüße bereits kurdische Opfer. 

    Laut Yüksek hat die türkische Regierung, um ihre aggressive Politik zu rechtfertigen und zu legitimieren, eine „paranoide Vorstellung über Feinde, die den Staat zerstückeln wollen“ erschaffen.

    „Die Handlungen der Behörden erzeugen eine sehr ernsthafte und tiefgreifende Spaltung in unserer Gesellschaft. Die Taten der Regierungspartei haben eine Gruppe von Menschen gebildet, die Zufriedenheit und Freude empfinden, wenn sie Berichte über den Tod von Kurden in Cizre, Silopi oder Sur lesen. Ist das normal?“, so der Politiker Yüksek.

    Kämpfen zwischen türkischer Armee und Kurden (Archivbild)
    © AP Photo / Mehmet Selim Yalcin/Dogan News Agency
    Seit der Wiederaufnahme des bewaffneten Konfliktes mit der PKK im Juli 2015 sind bereits mehr als 270 Militärs und Polizisten ums Leben gekommen.

    Im Dezember 2015 hatten die türkischen Behörden in mehreren von Kurden bewohnten Regionen im Südosten des Landes, wo die Straßenkämpfe zwischen Soldaten und Kurdenkämpfern andauern, eine Ausgangssperre angeordnet. Zu diesen Gebieten gehören der Stadtbezirk Sur in Diyarbakir, die Städte Cizre und Silopi in der Provinz Sirnak sowie die Städte Nusaybin und Dargecit in der Provinz Mardin.

    Nach Angaben des türkischen Generalstabs sind seit Mitte Dezember bei Militäreinsätzen mehr als 1.000 Kurdenkämpfer getötet worden. Laut kurdischen Aktivisten handelt es sich bei den Toten hauptsächlich um Passanten und Zivilisten.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Zwei Gründe für Krieg mit Kurden: Türkische Abgeordnete gibt Erdogans Motive preis
    IS ist Erdogans Machtinstrument gegen Kurden - türkische Abgeordnete
    Türkische Abgeordnete: Mehr als 500 Tote bei Konflikt im türkischen Kurdistan
    Türkische Abgeordnete: "Europa muss der Türkei die rote Karte zeigen"
    Tags:
    Protestaktion, Tote, Kurden, Demokratische Regionspartei (DBP), Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), Kamuran Yüksek, Türkei