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07:05 24 Oktober 2019
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    U-Boot der Nordflotte

    Verbundwerkstoffe sollen neuartige russische U-Boote leiser machen

    © Foto : Russian Defence Ministry
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    Russische U-Boote der nächsten Generation sollen einem Zeitungsbericht zufolge Komponenten aus Verbundwerkstoffen bekommen, um für gegnerische Sonare weniger auffällig zu werden.

    Wie die Tageszeitung „Iswestija“ am Donnerstag berichtet, sollen Steuerruder, Schrauben, Stabilisatoren und weitere Konstruktions-Komponenten bei russischen U-Booten der neuen Generation aus Verbundwerkstoffen gefertigt werden. Geplant sind auch entsprechende Schichtungen für den Rumpf. All dies soll die U-Boote deutlich leiser machen.

    Valeri Polowinkin, Fachmann des in St. Peterburg ansässigen Forschungszentrums Krylow, sagte dem Blatt, die Möglichkeiten der bewährten Monometall-Werkstoffe seien ausgeschöpft. Wenn man nicht auf Verbundwerkstoffe umstelle, werde es kaum gelingen, die Kampf-Parameter weiter zu verbessern.

    „Es geht um neue mehrschichtige Verbundwerkstoffe. Ihre Struktur und ihre Zusammensetzung reduzieren die reflektierten Sonar-Signale eines U-Bootes und drosseln die Ausbreitung der Vibration, die von Mechanismen im Betrieb ausgeht. Der Gegner wird kein reflektiertes Signal von erforderlicher Intensität bekommen. Denn der entsprechende Verbundwerkstoff hat einen hohen Koeffizient der Schallabsorption und kann bei der Entstehung von Vibration seine Eigenschaften ändern, um die Ausbreitung von Schwingungsenergie zu verhindern. Dieser Effekt wird möglich durch die sehr komplizierte Innenkonstruktion des Verbundwerkstoffes, die wir entwickelt haben. Es geht dabei nicht um eine prozentuelle, sondern um eine vielfache Verbesserung“, so Polowinkin.

    Mit Verbundwerkstoffen sollen die neuen U-Boote laut Polowinkin leichter und sicherer werden, aber auch billiger zu warten. Denn diese Werkstoffe sind korrosionsfrei und brauchen nicht gestrichen zu werden.

    Wie es hieß, werden die entsprechenden technischen Lösungen jetzt im Standlauf getestet. Im Jahr 2018 könnte die erste U-Boot-Schraube aus Verbundwerkstoffen reif genug sein, um einem Testprogramm außerhalb des Labors unterzogen zu werden. „Das ist eine der aussichtsreichsten Arbeiten unseres Instituts“, sagte Polowinkin. 

    Infografik: Russische Seestreitkräfte

    Der russische Militärexperte Andrej Frolow kommentiert: „Die Anwendung von Verbundwerkstoffen lässt sich in das Entwicklungskonzept für Atom-U-Boote der nächsten – fünften – Generation einbetten. Die entsprechenden Arbeiten hat Marinechef Viktor Tschirkow zuvor angekündigt. Die Entstehung solcher U-Boote ist zu erwarten, sobald das aktuelle Bauprogramm für Atom-U-Boote der vierten Generation (Borej- und Jassen-Klasse) zu Ende geht.“

    „Das Konzept eines U-Bootes der fünften Generation wird seit Ende der 1980er Jahre diskutiert. Es ist zu vermuten, dass es sich um ein Projekt auf Basis des Atom-U-Bootes ‚Sewerodwinsk‘ der Jassen-Klasse handeln wird, aber mit niedrigeren Produktionskosten“, prognostiziert Frolow.

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    U-Boot, Russland