06:05 17 Oktober 2017
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    US-Generalstabschef zweifelt an Fähigkeit der US-Armee gegen Großmächte zu kämpfen

    © Foto: US Marine Corps / Harley Thomas
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    Die Schlagkraft der US-Armee befindet sich wegen mangelnder Ressourcen und unzureichender Vorbereitung in einem besorgniserregenden Zustand. Einen Krieg gegen solche Großmächte wie Russland angemessen zu führen, ist den US-Streitkräften nur bedingt möglich, wie der Generalstabchef des US-Heeres, Mark Milley, im Kongress erklärt hat, meldet Reuters.

    Unter den Großmächten nannte Milley auch China, den Iran und Nordkorea. Der Zustand der amerikanischen Heereskräfte erfülle ihn mit ernsthafter Sorge: „Die Armee ist nicht auf dem Level, der es ermöglicht, in zeitlicher Hinsicht, vom Standpunkt der Verluste und hinsichtlich der militärischen Ziele zufriedenstellend zu agieren“, sagte er.

    „Man kann jederzeit gegen den IS, Al-Qaida oder Al-Nusra kämpfen. Doch eine ganz andere Sache ist, auf einen Gegner zu stoßen, wenn das Risiko wächst“, zitiert Reuters den General.

    Die US-Streitkräfte
    © Sputnik/
    Die US-Streitkräfte

    Die Chefin der US Air Force, Deborah James, habe ebenfalls betont, dass die US-Luftwaffe auf eine Konfrontation mit einem Land wie Russland nur unzureichend vorbereitet sei. Das Problem besteht laut James weniger in der Finanzierung als in der mangelnden Zeit für Flugübungen.

    Die Reduzierung der Truppenstärke sei für die US-Armeegeneräle ein weiterer Anlass zur Sorge, ebenso wie die notwendige Modernisierung der Streitkräfte, so Reuters.

    Früher habe die Rechnungskammer des US-Kongresses erklärt, der US-Raketenschild könne die Vereinigten Staaten vor einem Angriff des Irans oder Nordkoreas nur teilweise schützen: „Das Raketenabwehrsystem hat nur eine teilweise Schutzfähigkeit gegen eine kleine Anzahl gewöhnlicher ballistischer Raketen demonstriert“, hieß es im US-Parlament.

    Für die Entwicklung und Modernisierung der Raketenabwehr, wie auch für die acht Abfangtests, von denen vier erfolgreich gewesen seien, seien dutzende Milliarden US-Dollar ausgegeben worden.

    Im vergangenen Februar sei bekannt geworden, so Reuters weiter, dass das Pentagon beim US-Finanzministerium 59 Milliarden US-Dollar für ausländische Militäroperationen im Jahr 2017 beantragt habe. Der Haushaltsentwurf sehe die Bereitstellung von Mitteln für den Kampf gegen solche Terrororganisationen wie den IS vor, „damit diese keine Bedrohung für die Vereinigten Staaten sein können“.

    Zudem würden darin „die Unterstützung des mit großer Verantwortung verbundenen Transformationsprozesses in Afghanistan, der Widerstand gegen die Aggression Russlands gegen seine Nachbarstaaten und die Unterstützung der US-Partner in Europa“ berücksichtigt. Die Gesamtausgaben des Pentagons für 2017 würden mit 583 Milliarden US-Dollar veranschlagt, was in etwa dem diesjährigen Budget entspreche, schreibt Reuters.