23:07 21 November 2019
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    Luftabwehrsystem Panzir-S1

    Russland verbessert Flugabwehr: Die neue Panzir-S-Version und ihr Können

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    Während das Kurzstrecken-Luftabwehrsystem Panzir-S1 regen Absatz im Ausland findet, bekommt die russische Armee bereits die neue Modifikation Panzir-S2. Diese hat ein effizienteres Radar, das auch bei extremen Bedingungen funktionsfähig bleibt. Das System selbst ist nicht nur gegen luft-, sondern auch gegen bodengestützte Ziele einsetzbar.

    Seit Februar kommen Panzir-S2-Systeme zum Einsatz, um die Hauptbasis der russischen Pazifikflotte, Wladiwostok, zu schützen. Sie sind mit 30-mm-Maschinenkanonen des Typs 2A38M ausgestattet, aber auch mit Lenkraketen. Diese können Ziele in 20 Kilometer Entfernung und in 15 Kilometer Höhe abschießen. Dabei ist jede Anlage fähig, vier Ziele synchron unter Beschuss zu nehmen.

    Wie der TV-Sender Swesda berichtet, unterscheidet sich die neue Modifikation von ihrem Vorläufer Panzir-S1 insbesondere durch ein effizienteres Radar. Dieses spürt anfliegende Ziele in 36 Kilometer Entfernung auf. Die Reaktionszeit beträgt sechs Sekunden, dann starten Raketen. Wenn das Ziel näher kommt, kann auch die Zwillings-Maschinenkanone mit ihrer Reichweite von vier Kilometern eingesetzt werden.

    Elemente des Panzir-Systems lassen sich auf dem Fahrgestell militärischer Rad- oder Kettenfahrzeuge montieren. Noch während des Testprogramms werden die Radare mittels eines Prüfstands langen und intensiven Vibrations-Belastungen ausgesetzt, denn die Technik soll auf mögliche Transporte außerhalb von Straßen vorbereitet werden.

    Außerdem müssen die Anlagen bei jeder Temperatur funktionsfähig bleiben. Dazu erfolgen Tests in einer speziellen Kammer, wo Temperaturen von 50 Grad Kälte bis 60 Grad Hitze erzeugt werden. Jedes Radar befindet sich mehrere Tage in der Kammer.   

    Wladimir Popow, Geschäftsführer des im Gebiet Tula ansässigen Herstellers Scheglowski Wal, sagte dem Sender: „Als sich die Radaranlage noch in Entwicklung befand, wurden strenge Anforderungen an sie gestellt. Deshalb wird das Radar vor und nach dem Zusammenbau vielen mechanischen und klimatischen Prüfungen unterzogen, um allen Parametern zu entsprechen.“

    Ein weiterer Trumpf des Panzir-S2-Systems ist seine Fähigkeit, nicht nur gegen luftgestützte Ziele wie Kampfjets, Hubschrauber, Drohnen und Marschflugkörper eingesetzt zu werden, sondern auch gegen bodengestützte Objekte. Die Projektile der Maschinenkanone sind beispielsweise gegen Mannschaftstransporter und Schützenpanzer effizient.  

    Der Vorläufer Panzir-S1 wird unterdessen nicht nur an die russische Armee weiter geliefert, sondern findet auch gute Nachfrage im Ausland. Zu den Käufern zählen die Vereinigten Arabischen Emirate, Brasilien, der Iran, Oman, Algerien. Wie der für Rüstungsprojekte zuständige russische Vizepremier Dmitri Rogosin mitteilte, gehen immer neue Aufträge ein, weswegen die Produktionsmengen erhöht werden sollen.

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