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04:34 22 August 2019
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    Russischer Abfangjäger: MiG-31

    Satelliten im Visier sowjetischer High-Tech-Waffen

    © Foto: Russian Aircraft Corporation MiG
    Militär
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    Neue Waffen für russische Armee (670)
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    Um Ziele im Orbit bei Bedarf zerstören zu können, wurden in der Sowjetunion verschiedene Optionen in Erwägung gezogen – sowohl ein MiG-31-Abfangjäger mit einer speziellen Rakete als auch ein bewaffneter Raumgleiter.

    Wie der TV-Sender Swesda am Freitag berichtet, wurde der Abfangjäger MiG-31 einst als Instrument betrachtet, um im Falle eines Konfliktes gegnerische Satelliten abzuschießen. Die Maschine war allerdings nur ein Teil des sowjetischen Projektes.

    Der russische Militärexperte Michail Chodarenok sagte dem Sender: „Das Flugzeug war ja nur ein Mittel, um spezielle Munition zu transportieren und abzufeuern. Bevor das Jagdflugzeug mit dem Abfangen eines Ziels beginnen konnte, war es nötig, dieses Ziel zu entdecken und zu bestätigen. Erst dann ging es darum, eine MiG-31D mit einer Rakete an Bord einzusetzen.“

    Für die Entdeckung gegnerischer Satelliten im All war die Optik- und Radaranlage 45Zh6 Krona des Entwicklers Almaz zuständig. Die entsprechenden Ausrüstungen wurden 1986 in Betrieb genommen, und zwar am Truppenübungsplatz Sary-Schagan in der damaligen Sowjetrepublik Kasachstan. Sobald die Anlage ein Ziel im Orbit aufspürte, konnte eine MiG-31D bei Bedarf von einem benachbarten Flugplatz starten.

    Jedes Flugzeug trug nur eine Rakete des Typs 79M6 Kontakt. Diese funktionierte nach dem Hit-to-Kill-Prinzip. Die Rakete zerstörte ihr Ziel durch einen Direkttreffer: Sie raste wortwörtlich gegen den anvisierten Satelliten im Orbit.

    Mit dem Zerfall der Sowjetunion wurden die Arbeiten zum Aufbau eines „Weltraum-Schildes“ ausgesetzt. Experten schließen einen Neustart allerdings nicht aus. Militärhistoriker Sergej Jarzew sagte dem Sender: „Es gibt Gründe zu glauben, dass alle technischen Unterlagen, alle Versuche, Tests und Berechnungen kompetenten Menschen nach wie vor zur Verfügung stehen. Ende der 2000er Jahre rückte das Projekt erneut ins Visier. Man begann sich damit zu beschäftigen.“

    Noch beeindruckender war das sowjetische Projekt Spiral: Ein Raumgleiter sollte von einem Hyperschall-Trägersystem aus starten, um dann ins All aufzusteigen und gegnerische Raumflugkörper mit einem optischen Visier zu „inspizieren“ (so hieß das Verfahren offiziell).

    Der russische Raketen-Ingenieur und Raumfahrt-Experte Michail Gromow erläutert: „Falls der Pilot die Entscheidung traf, das Ziel wegen seiner Gefährlichkeit oder aus einem anderen Grund zu zerstören, konnte er sechs Fire-and-Forget-Raketen abfeuern, und zwar aus einer Distanz von bis zu 30 Kilometern.“

    Eine andere Version des Raumgleiters war als Abfangjäger mit einer größeren Reichweite konzipiert, um Ziele in 350 Kilometer Entfernung im All abschießen zu können. Die Rakete war 200 Kilogramm schwer. Ein Ziel in einer Höhe von bis zu 1.000 Kilometer wurde manuell mit Hilfe einer Zielvorrichtung anvisiert. Doch das Spiral-Projekt wurde trotz der absolvierten Tests eingestellt – noch in der Sowjetzeit.

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    Themen:
    Neue Waffen für russische Armee (670)
    Tags:
    MiG-31, Russland