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11:53 21 Oktober 2019
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    Strategischer Langstreckenbomber Tu-160

    Um Zeit zu gewinnen: Russlands Top-Hersteller modernisieren Tu-160-Bomber gemeinsam

    © Foto: Rostec
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    Erstmals in der russischen Geschichte arbeiten alle führenden Flugzeugbauer gemeinsam an einem Projekt. Damit soll einem Zeitungsbericht zufolge die Modernisierung des Langstreckenbombers Tu-160 beschleunigt werden.

    Wie die Tageszeitung „Iswestija“ am Freitag berichtet, hat die Führung der russischen Flugzeugbau-Holding UAC (russ. Abk. OAK) beschlossen, gleich mehrere Konstruktionsbüros mit der Entwicklung des Bombers Tu-160M2 zu beauftragen. Dieser ist eine modernisierte Version der in der Sowjetunion gebauten Tu-160.

    UAC-Vizepräsident Alexander Konjuchow sagte dem Blatt: „Um die Aufgabe möglichst schnell zu erfüllen, laufen seit Ende 2015 Arbeiten zur Erstellung der elektronischen Konstruktionsdokumente in Bezug auf das Flugwerk. An der Konstruktion des Flugwerks sollen dabei keine Korrekturen vorgenommen werden, die statische Prüfungen erfordern würden. Neben Tupolew sind die Flugzeugbauer Suchoi, MiG, Irkut, Berijew, Iljuschin sowie das Moskauer Luftfahrtinstitut MAI beteiligt. Das hängt damit zusammen, dass die Fristen für die Erfüllung der Aufgabe knapp sind.“

    „Die zu sammelnden Erfahrungen bei der Zusammenarbeit mehrerer Konstruktionsbüros können als erster Schritt zum Aufbau eines ‚virtuellen Konstruktionsbüros der UAC‘ betrachtet werden, das künftig in der Lage wäre, komplexe Aufgaben zur Entwicklung neuer Flugzeuge schnell zu lösen“, so Konjuchow. 

    Video: Tu-160-Bomber testen Flügelraketen

    Den Bau einer modernisierten Version der Tu-160 hatte der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu im April 2015 angeordnet. Bis zum Jahr 2020 sollen zehn solche Maschinen den Streitkräften zur Verfügung gestellt werden. Von ihrem Vorläufer soll sich die neue Modifikation durch effizientere Elektronik und Waffen unterscheiden. Es soll sich eigentlich um ein neues Flugzeug mit dem alten Erscheinungsbild handeln. 

    Walerij Solosobow, stellvertretender Geschäftsführer von Tupolew, kommentierte: „Erstmals in der Geschichte der russischen Luftfahrt arbeiten Ingenieure von praktisch allen führenden Schulen – Tupolew, Suchoi, Jakowlew, Berijew, Mikojan – in einem Team. In verschiedenen Regionen Russlands sind die Konstrukteure dabei, verschiedene Teile des Flugwerks und der Tragflächen zu entwerfen. Die Aufgabe besteht darin, rund eine halbe Million 3D-Zeichnungen mit modernen Programmen zu erstellen und auf die Industrieproduktion vorzubereiten. Dies soll die Herstellung von Baugruppen und Aggregaten des Bombers mit den gegenwärtigen Produktionskapazitäten drastisch beschleunigen.“

    Eigens für das Projekt wurden Maßnahmen getroffen, um die Datenaustausch-Kanäle unter den beteiligten Unternehmen zusätzlich zu schützen. Da diese in vielen russischen Regionen – vom europäischen Teil bis hin zum Fernen Osten – ansässig sind, kann die Arbeit praktisch rund um die Uhr laufen.

    UAC-Generalkonstrukteur Sergej Korotkow sagte: „Innerhalb einer sehr knappen Zeit müssen wir neue Konstruktionsdokumente vorlegen, um das Flugzeug zu modernisieren. Für die Umsetzung des Projektes verständigten sich das Verteidigungsministerium, das Industrieministerium, die UAC und deren Unternehmen auf dieses neue Verfahren, um die Arbeit zu organisieren. Wir sind davon überzeugt, dass wir somit das beste Ergebnis erreichen können.“

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    Tags:
    Tu-160, Moskauer Luftfahrtinstitut MAI, Sergej Korotkow, Alexander Konjuchow, Russland