16:50 14 November 2019
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    Russischer Kampfjet Su-30SM auf dem Stützpunkt im syrischen Hmeimim

    US-Fernsehsender zu Syrien-Einsatz: Russlands Militärreform verblüfft

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    Russlands Syrien-Einsatz hat sich als politischer und militärischer Erfolg erwiesen: Moskau hat der Welt gezeigt, dass sein langjähriges und kostspieliges Programm zur Reformierung der Streitkräfte nützlich war, berichtet der US-amerikanische Fernsehsender Vice News.

    Dank des Einsatzes der russischen Luftwaffe in Syrien seien die Errungenschaften der Russen bei der Entwicklung neuer Waffen und bei der Ausbildung seiner Militärs offensichtlich geworden, so der Sender. Während des sechsmonatigen Einsatzes sei nur ein Kampfjet abgeschossen worden, wobei der Westen erst vor einigen Jahren gedacht hatte, Russland hätte „ernsthafte Probleme“ mit der Führung von Militäraktionen.

    „Hätte man damals gesagt, die Russen würden 2016 einen Einsatz in Syrien beginnen – so weit weg und mit einer modernisierten Luftwaffe –, der so lange dauern würde und bei dem Drohnen zum Einsatz kommen würden, hätte man das für eine Art Science Fiction gehalten“, zitierte Vice News den Analysten des US-amerikanischen Center for Naval Analyses Michael Kofman.

    Russland habe die Reformierung seiner Armee nach dem Krieg gegen Georgien im August 2008 begonnen, erinnert Vice News. Bis 2020 sollen 70 Prozent der Waffen und der Militär- bzw. Spezialtechnik ersetzt werden. Dieses „anspruchsvolle Ziel“ sei „keine Großtuerei, sondern das Schlüsselelement der Außenpolitik des größten Landes der Welt“ gewesen, das seine Einflusskraft nach dem Zerfall der Sowjetunion verloren hatte.

    Jetzt habe Russland große Fortschritte bei der Ausbildung seiner Streitkräfte gemacht, wobei seine Luftwaffe und seine Luftabwehrkräfte wesentlich stärker geworden seien, stellte der Sender ferner fest. In Syrien habe Moskau gezeigt, wie zuverlässig seine Bomber seien, und zudem seine S-400-Raketensysteme und Kampfjets in dieses Land verlegt. Die russischen Streitkräfte seien mobiler und ihr Kommando effizienter geworden, wobei es sich um die wichtigsten Elemente der Militärreform handele.

    Die Verbesserung der Streitkräfte könnte allerdings durch die Wirtschaftsprobleme beeinträchtigt werden, weil die modernsten Technologien teuer seien. Russland habe jede Menge alte Technik aus der Sowjetzeit, die ersetzt werden müsse, so Vice News weiter. Auf Probleme könnte vor allem die Marine stoßen, denn bis zuletzt hatte Moskau Schiffstriebwerke in der Ukraine gekauft, doch nach dem Ukraine-Konflikt sei das nicht mehr möglich.

    Allerdings könnten die Russen von den Wirtschaftsproblemen auch profitieren. Nach Auffassung des Senders könnte die Zahl der Berufssoldaten größer als die der Pflichtsoldaten werden, denn „in schweren Zeiten ist der professionelle Wehrdienst durchaus attraktiv.“

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    Zwischen dem internationalen Image Russlands und der Entwicklung seiner Waffen gebe es eine direkte Verbindung, so Vice News weiter. Die vorjährige Siegesparade zeuge ganz deutlich davon. Damals habe Moskau zu verstehen gegeben, dass es sich für eine Supermacht halte, auf die man hören sollte. Zudem habe die „militärische Modernisierung eine große ideologische und patriotische Kraft“.

    Wahrscheinlich werde der weitere Umbau der Streitkräfte Russland schwerer gelingen, so dass der Weg zu Reformen „kostspielig und schwierig“ sein werde, vermutete Vice News. Doch der Erfolg in Syrien habe gezeigt, welch große Fortschritte Russland seit 2008 gemacht habe.

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    S-400, Terrormiliz Daesh, Michael Kofman, Georgien, Syrien, Russland