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18:23 20 Oktober 2019
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    Wendig und unbemannt: Multicopter für russische Armee gesucht

    © Sputnik / Vitaliy Ankov
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    Das russische Verteidigungsministerium wünscht sich einem Zeitungsbericht zufolge kleine unbemannte Hubschrauber und plant für diese Zwecke einen Wettbewerb. Die wichtigsten Anforderungen stehen schon fest.

    Wie die Tageszeitung „Iswestija“ am Montag berichtet, hat die für Forschungsprojekte zuständige Hauptverwaltung des russischen Verteidigungsministeriums ihre Anforderungen an unbemannte Quadrocopter formuliert. Die ersten Prototypen sollen bereits im laufenden Jahr geliefert werden.

    Drohne Zala 421-16E5
    © Sputnik / Vladimir Astapkovich

    Roman Kordjukow, Chef der Hauptverwaltung, sagte dem Blatt, die russische Armee verfüge vorerst nur über Drohnen mit nicht-rotierenden Auftriebsflächen: „Nun nehmen wir Multicopter ins Visier, die eine hohe Wendigkeit bei niedrigen Geschwindigkeiten haben sowie zum Senkrechtstart und Schweben fähig sind. Möglich sein soll auch ein automatischer Flug ohne Operator, wobei die Route und der Ort einer selbständigen Landung im Voraus bestimmt werden.“

    Nach Angaben der Zeitung lauten die ersten Anforderungen des Verteidigungsministeriums wie folgt: Der Quadrocopter soll in der Lage sein, mehr als anderthalb Stunden lang bei Temperaturen von 30 Grad Kälte bis 30 Grad Hitze zu funktionieren; die Nutzlastkapazität beträgt ein bis 30 Kilo (je nach Aufgabe); die Drohne soll automatisch, ohne Funkkontakte fliegen können.

    Kordjukow erläutert, alle Interessierten seien zum Wettbewerb eingeladen: „Das Verteidigungsministerium wird die Gewinner küren, um mit ihnen dann individuell zu arbeiten. Vorerst geht es dabei nicht um eine Entwicklung von Waffensystemen.“

    Das Innenministerium nutzt bereits russische Entwicklungen auf diesem Gebiet. Ein Beispiel dafür ist der Quadrocopter Nelk-V6. Alexander Subarew, Sprecher des Herstellers Nelk, sagte dem Blatt: „Die Truppen des Inneren setzen unsere Drohne seit dem vergangenen Jahr als individuelles Aufklärungsgerät für Kommandeure ein. Die Drohne ist fähig, eine Videoüberwachung in verschiedenen Bereichen zu führen, digitale Karten zu erstellen und Aktivitäten von Einsatzkräften vor Ort und in Gebäuden zu korrigieren. Die Drohne kann Spezialeinheiten entlang ihrer Route begleiten und Aufklärungsdaten an die Soldaten liefern.“

    Der Entwickler Tiber hat nach eigenen Angaben im Interesse des Verteidigungsministeriums bereits einen unbemannten Hubschrauber konstruiert. Sergej Tyzyk, Chefingenieur des Unternehmens, sagte, die Drohne TB-29V sei zu einem völlig automatischen Flug einschließlich Start und Landung fähig: „Sie kann bis zu sechs Stunden lang in der Luft bleiben und 500 Kilometer mit mehreren Kilogramm Nutzlast zurücklegen. Auch als Waffensystem ist sie einsetzbar. Doch die wichtigste Funktion unserer Maschine besteht darin, Funk- und Videosignale weiterzuleiten.“

    Der russische Drohnen-Experte Denis Fedutinow weist darauf hin, dass der Waffenkonzern Kalaschnikow seinen Multicopter Zala 421-22 ebenfalls dem Militär anbietet. Generell sagte der Experte, das Verteidigungsministerium habe seit 2012 mehr als 1.500 Drohnen erhalten – es handle sich dabei allerdings nicht um Hubschrauber, sondern um Flugzeuge: „Keine Militärübung kommt derzeit ohne sie aus. Der Einsatz in Syrien hat gezeigt, dass das Militär Drohnen in seine Pläne einbezieht. Kontrollvideos mit Präzisions-Angriffen russischer Kampfjets auf IS-Stellungen stammen eben von Drohnen. Wenn die Militärs Interesse an einem Multicopter bekunden, so sind sie sich über dessen Bedeutung im Klaren. Ein Masseneinsatz solcher Fluggeräte läge also in nicht allzu weiter Ferne.“

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    Drohne, Zala 421-22, Nelk-V6, Terrormiliz Daesh, Roman Kordjukow, Alexander Subarew, Russland