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23:52 18 August 2019
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    Dmitri Medwedew während seines Kurilen-Besuchs (Archivbild)

    Russland will Kurilen mit moderneren Waffen schützen: „Absolut deutliches Signal“

    © Sputnik / Dmitry Astakhov
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    Streit um Kurilen-Inseln (42)
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    Russische Soldaten auf den von Japan beanspruchten Kurilen-Inseln sollen modernere Militärtechnik und Waffen bekommen, darunter effiziente Seezielflugkörper. Experten halten die Maßnahme für völlig gerechtfertigt – aus Sicherheitsgründen.

    Wie der TV-Sender Swesda berichtet, ist die auf den Kurilen stationierte russische 18. Maschinengewehr- und Artillerie-Division rund 3.500 Mann stark und gut bewaffnet. Sie verfügt insbesondere über Selbstfahrlafetten, Luftabwehrsysteme, Mehrfachraketenwerfer und mehrere Dutzend Panzer. Außerdem soll die Division Startvorrichtungen des Typs Bal und Bastion für moderne Seezielflugkörper erhalten, aber auch Drohnen des Typs Orlan-10. Wie Verteidigungsminister Sergej Schoigu kürzlich mitteilte, soll auch die Einrichtung eines Stützpunktes der russischen Pazifikflotte auf den Kurilen geprüft werden.

    Der russische Militärexperte Viktor Baranez sagte dem Sender, Russland betrachte die Kurilen als sein Territorium: „Um es zu schützen, ist eine bestimmte Palette von Kräften und Mitteln nötig, die bei Bedarf eine vollständige Sicherheit ermöglichen soll.“

    „Die Region ist ja äußerst unruhig. Neben den ständigen Ansprüchen Japans gegenüber Russland ist auch der japanisch-chinesische Insel-Konflikt nicht zu vergessen. Auch die Vereinigten Staaten mischen sich periodisch ein. Aus meiner Sicht ist Russland völlig berechtigt, jene Waffen auf seinem Territorium zu stationieren, die es für nötig hält. Geschichtlich steht es so, dass diplomatisch Ansprüche zu militärpolitischen mutieren können. Angesichts dieser Möglichkeit gehen wir absolut richtig vor, indem wir die Kurilen sicher verschließen“, so Baranez.

    Der russische Militärexperte Viktor Litowkin wies darauf hin, dass die Infrastruktur auf den Kurilen seit mehreren Jahren deutlich verbessert wurde: Der dortige Flugplatz wurde modernisiert, es entstehen neue Häuser für Soldaten und Offiziere, es gibt mittlerweile einen Anlegeplatz, der auch für große Schiffe geeignet ist. „Unter anderem wurde die dortige Flugabwehr substanziell erneuert. Derzeit ist sie modern: Luftabwehrsysteme des Typs Tor und Buk haben ständig Dienst“, sagte Litowkin.

    Die geplante Stationierung von Seezielflugkörpern soll nach Ansicht von Litowkin die defensive Ausrichtung der dortigen Waffen unterstreichen: „Diese Stationierung wäre ein absolut deutliches Signal, dass wir dieses Gebiet an niemanden weggeben wollen.“

    Wie der Sender weiter berichtet, liegt auch ein wirtschaftlicher Entwicklungsplan für die Kurilen vor. Demnach soll die Bevölkerung der Inselgruppe zum Jahr 2025 um ein Drittel zunehmen. Private Investitionen sollen gefördert, Bedingungen für industrielle Entwicklung geschaffen werden.

    Die von Japan beanspruchten Inseln Iturup, Kunaschir, Schikotan und Chabomai gehören seit dem Zweiten Weltkrieg zu Russland. Wegen des Streites bleibt ein Friedensvertrag zwischen den beiden Ländern bislang aus.

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    Tags:
    Flugabwehr-System Buk, Tor-Flugabwehrraketensysteme, Orlan-10, Viktor Baranez, Sergej Schoigu, Japan, China, Russland, Kurilen