15:51 19 November 2019
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    Ein Panzerwagen des Typs Tigr bei der Parade auf dem Roten Platz

    Militärische Neuentwicklung: „Tiger“ statt „Couch“ für russische Kommandeure

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    Militär
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    Neue Waffen für russische Armee (670)
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    Die russische Armee soll einem Zeitungsbericht zufolge neue mobile Kommandozentralen auf Basis des gepanzerten Fahrzeugs Tigr-M erhalten. Damit können Kommandeure Daten sammeln und Truppen leiten. Experten unterstreichen Vorteile im Vergleich zur bereits bestehenden Version auf Basis des Mannschaftstransporters BTR-80.

    Wie die Tageszeitung „Iswestija“ am Mittwoch berichtet, arbeitet der russische Gerätebau-Konzern UIMC, Bestandteil der Staatsholding Rostec, an einer mobilen Kommandozentrale auf Basis des gepanzerten Militärfahrzeugs Tigr (dt. Tiger).

    Sergej Suworow, Sprecher des Tigr-Herstellers Military Industrial Company, sagte dem Blatt: „Das Kommando- und Stabsfahrzeug (KschM) ist ein Komplex von Systemen, um Aufklärungsdaten zu sammeln und Einheiten auf dem Kampffeld zu lenken. Mit Hilfe von Wärmesichtgerät, Radaranlage und Videokameras kontrolliert das Fahrzeug die Lage. Die gesammelten Navigations- und Aufklärungsdaten können an stationäre Führungszentralen und an andere Verbände weitergeleitet sowie auf digitalen Karten angezeigt werden. Die eingehenden Videodaten in Echtzeit bearbeitet und weitergeleitet.“

    • BTR-80
      BTR-80
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    • Russisches Militärfahrzeug Tigr
      Russisches Militärfahrzeug Tigr
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    • BTR-80
      BTR-80
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      Ein Panzerwagen des Typs Tigr bei der Parade auf dem Roten Platz
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    BTR-80

    Wie Suworow erläuterte, soll das neue Fahrzeug die mobilen Kommandozentralen des Typs Kuschetka (dt. Couch) ergänzen, die zuvor auf Basis des Mannschaftstransporters BTR-80 entwickelt wurden.

    Das KSchM soll rund um die Uhr und auch bei schlechten Wetterbedingungen funktionsfähig bleiben. Es kann sowohl unmittelbar im Kampfgebiet zum Einsatz kommen, um dort Truppen zu leiten, als auch im Hinterland, um beispielsweise Militäranlagen zu bewachen.

    Das neue Kommando-Fahrzeug hat laut Suworow eine bessere Manöverfähigkeit im Vergleich zu jenem auf Basis des BTR-80. Außerdem hat der Fahrer eine bessere Sicht. Darüber hinaus ist das Tigr-Fahrzeug kleiner als der Mannschaftstransporter und lässt sich deshalb am Kampffeld besser tarnen. 

    Im Verhältnis zum BTR-80 kann das Fahrzeug allerdings nicht schwimmen. Innerhalb des Mannschaftstransporters gibt es außerdem mehr Platz. Trotzdem ist die Neuentwicklung nach Ansicht von Suworow auf Brigade- und Division-Ebene gefragt: Ein Brigadekommandeur braucht nicht unbedingt an der vordersten Linie zu sein, muss sich aber im Kampfgebiet schnell bewegen. 

    Der russische Militärexperte Viktor Murachowski kommentierte: „Im Ausland gibt es Beispiele, wenn militärische Kommandozentralen auf gepanzerten Fahrzeugen basieren – etwa auf dem Fahrgestell des amerikanischen Humvee. Man muss verstehen: Solche Fahrzeuge sind nicht für die vordere Linie und werden in der Regel von Spezialeinheiten gebraucht. Ich denke, auch das Fahrzeug auf Tigr-M-Basis wird man in Russland hauptsächlich Spezialkräften und Luftlandetruppen zur Verfügung stellen.“

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    Themen:
    Neue Waffen für russische Armee (670)
    Tags:
    BTR-80, Panzerwagen Tigr, Rostec, Sergej Suworow, Russland