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    Helmdisplays für Kampfpiloten

    Mehr Virtual Reality für russische Kampfpiloten: Prognose-Daten im Helm

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    Ein in Entwicklung befindliches Headset soll einem Zeitungsbericht zufolge russischen Kampfpiloten helfen. Es geht darum, die Situation in der Luft zu prognostizieren und die entsprechenden Daten auf dem Helmdisplay sofort anzuzeigen. Das Projekt soll auch die Kooperation zwischen Bildung und Forschung fördern.

    Wie die Tageszeitung „Iswestija“ am Freitag berichtet, hat das russische Bildungs- und Forschungsministerium einen Zuschuss für die Entwicklung eines neuen Helmdisplays für Kampfpiloten gebilligt. Zuständig für das Projekt sind das Moskauer Luftfahrt-Institut MAI und der Flugzeugbauer MiG. Ein Prototyp soll Ende 2017 vorliegen.

    Laut Sergej Korotkow, Vizepräsident der Flugzeugbau-Holding UAC, sollen neue Prinzipien und Algorithmen entwickelt werden, um Prognose-Daten anzuzeigen. Dies soll Tiefflüge und Einsätze über den Bergen sowie Luftbetankung und Landungen auf einem Flugzeugträger sicherer machen. 

    MiG-Sprecherin Anstassia Krawtschenko sagte dem Blatt, alle Softwares und Werkstoffe für die Neuentwicklung seien aus russischer Produktion: „Ein kennzeichnendes Merkmal der ‚ergänzten Realität‘ ist voraussichtlich die Möglichkeit, die Situation in der Luft zu prognostizieren und unmittelbar auf dem Visier des Pilotenhelms in Echtzeit anzuzeigen.“

    Wie es hieß, soll auch das Pilotieren bei schlechten Wetterbedingungen und bei Nacht sicherer werden. Etwa bei Landeanflügen soll der Pilot nun detailliertere und präzisere Angaben angezeigt bekommen.

    Giwi Dschandschgawa, Generalkonstrukteur des bei Moskau ansässigen Bordelektronik-Herstellers RPKB, kommentierte: „Diese Technologie ist sehr aussichtsreich und dabei schwierig umzusetzen. Die eine Sache ist beispielsweise, Ziele anzuvisieren und Bomben abzuwerfen, wenn sich der Kampfjet an einer Achse mit dem Ziel befindet, wie jetzt in Syrien. Die andere Sache ist aber ein ständiges Drehen.“ 

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    „Ich freue mich aber darauf, dass der MiG-Konzern und das MAI-Institut zusammenarbeiten werden. Die Hochschulen dürfen nicht realitätsfern sein. Eine solche Kooperation trägt dazu bei, dass die Hochschulen moderne wissenschaftliche Kompetenzen bekommen, um sie dann in Bildungsprogramme umzusetzen. Außerdem entstehen dadurch Verbindungen zwischen Industrie und Bildung – dies ermöglicht, Studenten technischer Fachrichtungen in Forschungsprojekte zu involvieren“, so Dschandschgawa.

    Der MiG-Konzern hatte bereits ein Projekt zusammen mit dem Luftfahrt-Institut umgesetzt. Entwickelt wurde ein 3D-Simulator des Kampfjets MiG-29K, um Starts und Landungen auf dem Flugzeugträger „Admiral Kusnezow“ sowie Luftbetankung und Einsätze in einer Gruppe zu modellieren. Mit diesem Simulator trainieren derzeit russische Marineflieger.

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