23:07 24 November 2017
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    Hubschrauber gegen U-Boote: Sowjetische Antwort an US-Navy

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    Militär
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    Die Entwicklung sowjetischer Marinehubschrauber war eine Reaktion auf neue Möglichkeiten der US-Navy. Denn amerikanische Atom-U-Boote waren zu schnell und zu leise: Um sie zu bekämpfen, brauchten sowjetische Kriegsschiffe Hilfe. Schiffsgestützte Hubschrauber bekamen aber auch andere Funktionen.

    Der russische TV-Sender Swesda kommentiert in seiner Onlineausgabe: „Das mag seltsam klingen: Sowjetische schiffsgestützte Mehrzweck-Hubschrauber haben ihre Entstehung den US-Amerikanern zu verdanken. Ausgerechnet dank der Bemühungen von US-Militärspezialisten spitzte sich das Wettrüsten zwischen der Sowjetunion und den Vereinigten Staaten Anfang der 1960er Jahr ernsthaft zu. Neben Atombomben und landgestützten Interkontinental-Raketen gab es nun strategische U-Boote mit ballistischen Raketen an Bord.“

    Mit ihrer Reichweite von 2.000 Kilometer waren jene von Atom-U-Booten mitgeführten Raketen in der Lage, von der Barents- und Nordsee oder von Europäischen Nordmeer aus Ziele im Westen der Sowjetunion zu treffen.

    Moskau reagierte mit dem Bau neuer U-Jagd-Schiffe der Kondor-Klasse (Projekt 1123). Ihre stärkste Waffe waren mitgeführte Hubschrauber. Die Idee war völlig gerechtfertigt, wie der russische Marine-Historiker Igor Kartaschow dem Sender sagte: „Zu jenem Zeitpunkt waren strategische U-Boote deutlich schneller als Überwasserschiffe Diese waren mit ihren bisherigen Waffen nicht in der Lage, gegen die U-Boote effizient vorzugehen.“

    Außerdem waren die damaligen U-Jagd-Schiffe zu laut: Der Gegner konnte sie schon in 300 Kilometer Entfernung aufspüren. Die U-Boote selbst ließen sich dagegen nur aus einer viel kürzeren Distanz entdecken.

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    Vor diesem Hintergrund wurde beschlossen, Hubschrauber einzusetzen, damit sie mit ihren Tauchsonaren das Wasser scannen. Außerdem sollten sie gegnerische Überwasserschiffe orten und der russischen Marine bei Bedarf Ziele zuweisen.

    Das zuständige Konstruktionsbüro Kamow beschloss, zwei Maschinen für diese Zwecke zu entwickeln. Die erste davon mit dem Codenamen Ka-25PL war mit ihren Bomben und Torpedos für die unmittelbare U-Boot-Jagd geeignet. Die zweite (Codename Ka-25Z) gab Ziele für Seezielflugkörper zu.

    Mit der Zeit wurden technologisch modernere Hubschrauber in Dienst gestellt. Die Ka-25 wurde durch die Ka-27 abgelöst, die insbesondere über eine effizientere Such- und Zielvorrichtung verfügte. Auch das Sonar-System wurde besser: Neben der eigentlichen Ortung ermöglichte es nun einen schnellen Datenaustausch mit anderen Hubschraubern und Schiffen. Ein weiteres Novum war die Bombe Sagon-2. Sie wurde mit dem Fallschirm abgeworfen und blieb eine Zeitlang mittels eines Schwimmkörpers auf der Wasseroberfläche. Sobald das Geräusch eines U-Bootes registriert wurde, löste sich die eigentliche Munition vom Schwimmkörper los, um das Ziel zu zerstören.

    Dazu noch bekamen die Marineflieger den Hubschrauber Ka-29. Dieser hatte neue Funktionen. So konnte er Soldaten absetzen und ihnen aus der Luft Deckung geben. Und die Ka-31 mit ihren starken Radaren war in der Lage, tieffliegende Raketen in einer großen Entfernung aufzuspüren. 

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    Tags:
    Hubschrauber, Kondor-Klasse (Projekt 1123), Sonar-System, Ka-31, Ka-29, Ka-27, Ka-25, Igor Kartaschow, USA, UdSSR