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    Bedrohliche Überstunden: Zwangs-Abbummeln gefährdet Nato-Übung der Bundeswehr

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    Die neue Arbeitszeitregelung bei der Bundeswehr steht in der Kritik: Bei der geplanten vierwöchigen Nato-Übung in Norwegen dürfen die Bundeswehrsoldaten nur noch an zwölf Tagen teilnehmen, weil sie sonst zu viele Überstunden sammeln würden, wie Bild am Sonntag (BamS) berichtet. Bei Nato-Partnern stoße das auf Unverständnis.

    Für die Bundeswehr gilt jetzt laut der BamS eine 41-Stunden-Woche. Die Überstunden würden nicht mehr finanziell, sondern mit Freizeit ausgeglichen. Dies habe zur Folge, dass die Soldaten wegen Überstundengefahr schon um 16.30 Uhr Feierabend machen oder mitten in der Woche einen Tag frei haben. Mit ihrer Freizeit aber könnten die Angehörigen der Bundeswehr gar nichts anfangen – sie säßen nur am Standort herum.

    „Es kann nicht sein, dass wir Nato-Verpflichtungen wegen drohender Überstunden nicht nachkommen können“, sagte der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestags, Hans-Peter Bartels, gegenüber BamS.

    Bartels fordere deshalb eine Reform der neuen Dienstzeiten-Regelungen und „Jahresarbeitszeitkonten“, auf die Überstunden angerechnet werden. Finanzieller Ausgleich sei außerdem oft angemessener als befohlenes Abbummeln.

    Kritik kommt auch vom Vorsitzenden des Bundeswehrverbands, André Wüstner: „Aktuell kämpfen die Streitkräfte mit Anlaufschwierigkeiten und Fehlern in der Umsetzung. Das darf natürlich nicht die Einsatzbereitschaft gefährden.“

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