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    Warum die Sowjets von Tarnkappenjets wenig begeistert waren

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    Die Tarnkappenjets mit ihren radarabsorbierenden Materialien und mit ihrer spezifischen geometrischen Formgebung stießen in den USA auf mehr Begeisterung als in der Sowjetunion. Dafür gab es bestimmte Gründe.

    Warum hat die Sowjetunion und später Russland nicht versucht, die USA in Sachen Tarnkappenjets abzuhängen? Wegen der unerschwinglichen Kosten etwa? Der amerikanische Stealth-Bomber B-2 Spirit ist ja das teuerste Flugzeug der Geschichte, wie der russische TV-Sender Swesda berichtet.  

    Der Preis spielt tatsächlich eine wichtige, aber nicht die entscheidende Rolle. Laut Konstrukteur Viktor Tschepkin war die Technologie bereits den sowjetischen Fachleuten gut bekannt. Der Sender zitiert ihn mit den Worten: „Wir analysierten, was die  Stealth- und überhaupt die Tarnkappentechnik eigentlich darstellt, wie sie im Kampf umgesetzt wird und so weiter. Wir gelangten zum Schluss, dass eine überdimensionale Anwendung der Tarnkappentechnologie – Stealth um Stealth willen – den Kampfeinsatz-Bereich der Flugzeuge extrem reduziert. Reine Tarnkappenjets lassen sich nur in einem sehr schmalen Kampfbereich und für spezifische Zwecke einsetzen.“

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    In mindestens zwei sowjetischen Konstruktionsbüros, so der Bericht weiter, wurden Tarnkappenjets verschiedener Typen gebaut und getestet. Doch die zuständigen Kommissionen entschieden nicht zugunsten dieser Technologien. Dies ging vor allem darauf zurück, dass solche Jets wegen ihrer Formgebung nicht schnell und wendig genug waren. 

    Außerdem waren die Tarnkappenjets nicht in der Lage, viele Waffen zu tragen, denn diese mussten lediglich im Rumpf versteckt werden (Außenlaststationen würden die Maschine für Radare auffällig machen). Auch die Geschwindigkeit und die Reichweite des Flugzeugs waren begrenzt. Darüber hinaus kann ein solcher Jet sein eigenes Radar nur vorsichtig einsetzen, um wiederum nicht aufgespürt zu werden.

    Jagdflugzeuge F-22 Raptor
    © Foto : US Ministry of Defence / George Kale
     

    Eigentlich sind die Tarnkappenjets nicht so unsichtbar – mit Hochfrequenzradaren lassen sie sich doch orten. Und wenn die Bombenluken aufgehen, wird der Jet auch für gewöhnliche Radaranlagen sichtbar. Es gibt auch einige weitere Einsatz-Modi, bei denen ein Stealth-Jet seine Tarnung verliert. Schlagzeilen machte etwa eine Episode aus dem Jugoslawien-Krieg, als eine amerikanische F-117 am 27. März 1999 von einer Rakete aus sowjetischer Produktion abgeschossen wurde.

    Soll das nun etwa heißen, dass man auf Tarnkappenjets überhaupt verzichten soll? Nein. Die russischen Kampfflugzeuge der 5. Generation – der Mehrzweckjäger T-50 und der in Entwicklung befindliche neue Langstreckenbomber – verfügen über Tarnkappenoptionen.

    Infografik: T-50 — Russlands Kampfjet der Zukunft

    Der Sender erläutert: „Der russische und der US-Ansatz in Sachen Stealth haben aber ihre Unterschiede. Der wichtigste davon besteht darin, dass die Amerikaner auf die Super-Wendigkeit zugunsten der Unauffälligkeit verzichten. Aus Sicht russischer Experten gewinnt die Super-Wendigkeit bei Kampfjets dagegen immer mehr an Bedeutung.“

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    T-50-Kampfjet, B-2 Spirit, USA, Russland