03:37 07 Dezember 2019
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    Einer „korporativen Universität“ Rüstungskonzern Kalaschnikow

    Waffenbauer Kalaschnikow plant eigene Uni

    © Foto : Kalashnikovconcern
    Militär
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    Der russische Rüstungskonzern Kalaschnikow startet einem Zeitungsbericht zufolge ein groß angelegtes Ausbildungsprojekt für seine Mitarbeiter. Die Rede ist von einer „korporativen Universität“. Laut Experten braucht die russische Rüstungsbranche angesichts ihrer Modernisierung mehr qualifizierte Fachkräfte.

    Wie die Tageszeitung „Iswestija“ am Dienstag berichtet, gründet der russische Konzern Kalaschnikow derzeit eine betriebseigene Universität. Dies soll nach Angaben des Konzerns die Produktions- und Verwaltungskompetenzen des Personals fördern.

    Kalaschnikow-Geschäftsführer Alexej Kriworutschko sagte dem Blatt: „Seit zwei Jahren haben wir mehr als drei Milliarden Rubel (rund 40 Millionen Euro) in die Weiterentwicklung der Produktion investiert. Derzeit werden moderne Werkzeugmaschinen zur Verfügung gestellt, die fortschrittlichsten Technologien eingesetzt. Die Produktion wird umfassend weiterentwickelt. Diese Vorgänge erfordern von den Mitarbeitern des Konzerns bestimmte neue Kenntnisse und Kompetenzen. Ohne deren dynamische Entwicklung ist es unmöglich, einen qualitativen Schritt voran zu machen. Die Entwicklung des Humankapitals zählt deshalb zu den strategischen Prioritäten des Konzerns.“ 

    Der Konzern hat mittlerweile ein Labor mit modularen  Ausbildungsbereichen, wo die Produktionsvorgänge umfassend simuliert werden. Es gibt auch Klassen für theoretische Ausbildung. Im laufenden Jahr sollen 3.000 Mitarbeiter neue Fertigkeiten im Labor bekommen. 

    Der stellvertretende Geschäftsführer Michail Nenjukow sagte: „Die Gründung der Universität ermöglicht dem Konzern, sein Humankapital selbständig weiterzuentwickeln und die Menschen sofort an jenen Aufgaben zu orientieren, die dann während der Arbeit am Produktionsort zu lösen sind. Die Universität soll dabei helfen, einen neuen Mitarbeiter-Typen zu formen, der die Arbeit als Möglichkeit zur Selbstverwirklichung betrachten würde und hohe Leistungen im Beruf erbringen kann.“

    Laut Nenjukow soll die Uni Ausbildungsprogramme, Seminare und Kurse für die Mitarbeiter anbieten. Geplant sind verschiedene Fachrichtungen: Verwaltung, unmittelbare Produktion  und individuelle Weiterbildung bzw. Umschulung. 

    Die Staatsholding Rostec, der auch Kalaschnikow angehört, hält die Gründung solcher Unis für eine aussichtsreiche Idee, wie ein Mitarbeiter der Holding dem Blatt sagte: „In unseren Betrieben ist zuvor ein Ungleichgewicht zwischen unerfahrenen und älteren Mitarbeitern entstanden, während die mittlere Ebene ausblieb. Nun sollen die korporativen Unis diese Situation nivellieren. Wir bilden Fachleute in verschiedenen Berufen aus, erhöhen ihre Qualifikationen und ermöglichen ihnen folglich einen beruflichen und Karriereaufstieg.“ 

    Der russische Militärexperte Igor Korotschenko kommentierte: „Die Rüstungsindustrie ist derzeit eine Lokomotive der russischen Wirtschaft. Für sie müssen Kader vorbereitet werden – zumal die Produktionen intensiv modernisiert werden, während neue moderne Werkzeugmaschinen mit digitaler Steuerung zum Einsatz kommen sowie neue Technologien und Werkstoffe entstehen.“

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    Tags:
    Kalaschnikow, Alexej Kriworutschko