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20:07 19 Oktober 2019
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    Gemeinsame russisch-chinesische Militärübung Friedensmission (Archivfoto)

    Militärkooperation zwischen Russland und China auf neuem Niveau – US-Magazin

    © Sputnik / Pawel Lisizyn
    Militär
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    Nach jahrzehntelanger Zusammenarbeit im Militärbereich ist ein Militärbündnis zwischen Russland und China eine denkbare Konsequenz. Davon ist Lyle Goldstein, Professor und Experte für die chinesische Marine am US Naval War College, überzeugt.

    Zahlreiche Experten hätten in jüngster Zeit für die Beziehungen Russlands und Chinas eine Verschlechterung angekündigt, schreibt der Professor in der US-Zeitschrift „The National Interest“.

    Die Prognosen stützten sich auf kulturelle Differenzen, demografische Disproportionen, geopolitische Konkurrenz und auch auf historische Erfahrungen beider Länder, so der Militärexperte. Schließlich hätten die Spannungen zwischen China und der UdSSR zu einer Spaltung der internationalen kommunistischen Bewegung geführt.

    Doch: Angesichts der rapiden Transformation der Kräfteverhältnisse im westlichen Pazifik sei dieser Ansatz nicht mehr tragfähig, heißt es in Goldsteins Artikel.

    Denn den Stützpfeiler der chinesischen Strategie für die Zugangsabwehr und Gebietsverteidigung – im Fachjargon A2/AD genannt – bildeten die zahlreichen Modifikationen des russischen Su-27-Abfangjägers: die chinesischen Flugzeugtypen J-11, J-15 und J-16. Hinzu kommt, dass „Russland schon bald die neueste Version des Kampfjägers, die Su-35 S, an China liefern wird“, schreibt der Fachmann.

    Weitere Aufmerksamkeit verdienten die chinesischen YJ-12 und YJ-18-Anti-Schiffsraketen. Damit rüste das Land seine Schiffe und Kampfflugzeuge aus. Diese Flugkörper basierten auf russischer Technologie.

    Seit Beginn der 1990er Jahre hätte die Nachfrage aus China die russische Rüstungsindustrie auch in schwierigen Zeiten am Leben erhalten. Moskau seinerseits hätte Peking dazu verholfen, einen enormen rüstungstechnischen Sprung nach vorn zu schaffen, schreibt Goldstein.

    Momentan stünden die Zeichen auf eine weitaus ambitioniertere Militärkooperation beider Länder, betont er. Die gemeinsamen Seemanöver in den Jahren 2014 und 2015 hätten gezeigt, dass die Zusammenarbeit Russlands und Chinas im Militärbereich ein neues Niveau erreicht habe, erklärt der Professor.

    An einem Manöver im Ostchinesischen Meer im Mai 2014 seien 14 Schiffe und zwei U-Boote beteiligt gewesen. Im Gegensatz zu anderen Übungen Chinas auf hoher See sei hierbei das Vorgehen bei einer Konfrontation zwischen Schiff und U-Boot trainiert worden. Angriffe auf Ziele hinter dem Horizont hätten ebenfalls im Mittelpunkt des Manövers gestanden. Im Anschluss an die Militärübung hätten chinesische Medien stolz über die technische Überlegenheit einiger Schiffe des Landes gegenüber den russischen Schiffstypen berichtet.

    Ein Jahr später hätten Russland und China im Mittel- und Schwarzen Meer gemeinsam geübt. Neun Schiffe hätten 2015 an der Übung teilgenommen, wobei die chinesische Marine erstmals die türkischen Meerengen passiert habe. Zwar sei dies ohne großes Aufsehen geschehen, doch die Durchfahrt chinesischer Schiffe sei als ein Muskelspiel Pekings aufgefasst worden.

    Die größte jemals abgehaltene gemeinsame Übung beider Länder habe im August 2015 im Japanischen Meer stattgefunden: 23 Schiffe, zwei U-Boote, 15 Flugzeuge, acht Hubschrauber und die Marineinfanterie hätten damals gemeinsam trainiert.

    Zudem wurden die Aktivitäten der russischen Marine, wie Goldstein betont, von den chinesischen Medien – auch den offiziellen Medienorganen der chinesischen Armee – stets gelobt.

    „Die Kooperation in der Seekriegsführung verleiht der sich entwickelnden Zusammenarbeit zwischen dem Panda- und dem sibirischen Bären inzwischen zunehmende Dynamik“, schreibt der Militärexperte und fügt hinzu: „Sicherlich gibt es weitere Kooperationsrichtungen, die Moskau und Peking noch prüfen müssen.“

    Etwa seien bislang keine verfügbaren Informationen über die Beteiligung von Atom-U-Booten an gemeinsamen Manövern bekannt, skizziert der Wissenschaftler die Kooperationsmöglichkeiten.

    „Dennoch läuft die Zusammenarbeit auf Hochtouren. Und eine Politik, bei der die beiden Giganten sich zu einer Allianz zusammenschließen könnten, ist ganz und gar nicht im Interesse der USA“, betont der Experte.

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    Tags:
    Zusammenarbeit, YJ-18, YJ-12, J-16, J-15, J-11, Su-27, Lyle Goldstein, USA, Russland, China