18:35 19 September 2020
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    Für Russland ist die „empörte Reaktion“ der USA über den jüngsten Vorfall auf der Ostsee nicht nachvollziehbar, da dort außer der Schifffahrtsfreiheit auch der Grundsatz der Luftverkehrsfreiheit über internationalen Gewässern gilt, wie der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Generalmajor Igor Konaschenkow, am Donnerstag mitteilte.

    Zuvor hatte das Europäische Kommando der US-Streitkräfte auf YouTube ein Video von der Annäherung eines russischen Kampfjets an den US-Zerstörer USS Donald Cook veröffentlicht. Das Pentagon warf Russland daraufhin „aggressive Manöver“ vor.

    Laut Generalmajor Konaschenkow hatten die russischen Su-24-Kampfjets am 13. April gewöhnliche Übungsflüge über internationalem Gewässer der Ostsee absolviert, wobei sich im Bereich der Flugroute, etwa 70 Kilometer vom russischen Marinestützpunkt entfernt, das US-Kampfschiff USS Donald Cook befunden hatte.

    Sobald das US-Schiff in den Sichtbereich der russischen Piloten geraten sei, hätten diese ihre Kampfjets unter Einhaltung aller erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen abgedreht, betonte Konaschenkow.

    „Alle Flüge der russischen Luftstreitkräfte erfolgen in strikter Übereinstimmung mit den internationalen Vorschriften zur Nutzung des Luftraums über internationalen Gewässern“, so der General.

    Deshalb könne das russische Verteidigungsministerium die Empörung der USA nicht nachvollziehen.

    „Der Grundsatz der Luftverkehrsfreiheit russischer Flugzeuge kann vom Grundsatz der Schifffahrtsfreiheit des US-Zerstörers nicht außer Kraft gesetzt werden“, so der russische Generalmajor. 

    USS Donald Cook
    © Foto : US Navy / Jeffrey M. Richardson
    US-Militärs hatten am Vorabend erklärt, dass zwei Jagdbomber des Typs Su-24 am 11. April in gefährlicher Nähe zu dem mit lenkbaren Raketen bewaffneten Zerstörer Donald Cook geflogen waren. Der Überflug habe sich am 12. April wiederholt, als sich zwei Flugzeuge und ein Hubschrauber Ka-27 dem Kriegsschiff näherten.

    Die USS Donald Cook hatte bereits vor genau zwei Jahren im Schwarzen Meer einen Zwischenfall mit einer russischen Su-24 gemeldet. Im April 2014, mitten in der Krim-Krise, wäre eine Su-24 einem US-Lenkwaffenschiff näher gekommen und hätte dessen Lenkwaffen durch Störsignale „lahmgelegt“, so Medienberichte.

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    Tags:
    USS Donald Cook, Ka-27, Su-24, Ostsee, USA, Russland