16:51 13 Dezember 2019
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    Gelenkte „Kugeln“ gegen IS-Panzer: Russlands Novum in Syrien

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    In Syrien hat die russische Luftwaffe einem Zeitungsbericht zufolge modernisierte Lenkmunition eingesetzt, die Panzer mit Wuchtgeschossen zerstört. Dieses Waffensystem hat seine Vorteile im Vergleich zu Luft-Boden-Raketen.

    Wie die Tageszeitung „Iswestija“ am Dienstag berichtet, hat die russische Luftwaffe bei den jüngsten Kämpfen um Aleppo modernisierte Lenkmunition des Typs RBK-500/SPBE-D eingesetzt. 

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    Die russischen Su-34-Kampfjets mit Luft-Luft-Raketen bewaffnet in Syrien
    © Sputnik / Ministry of Defence of the Russian Federation
    Der russische Militärexperte Alexej Ramm sagte dem Blatt: „Das war bereits der dritte Einsatz der SPBE-D-Munition seit Beginn der syrischen Kampagne. Im ersten Fall war zu sehen, dass die Munition ‚alt‘ war – noch aus sowjetischer Produktion. Die jüngsten Bilder der Blindgänger zeigen jedoch, dass neue Modifikationen eingesetzt wurden.“

    Die RBK-500 ist eine 500-Kilogramm-Flugzeugbombe, die sich nach dem Abwurf öffnet und kleinere Elemente (SPBE-D) freisetzt. Jedes davon hat einen Fallschirm und scannt beim Niedergang die Gegend im Infrarot-Bereich. Rückt ein Panzer ins Visier, wird die sogenannte Schlag-Kugel abgefeuert. Es handelt sich dabei um ein kupfernes Wuchtgeschoss, das mit einer Geschwindigkeit von 2.000 Meter pro Sekunde fliegt.

    Der russische Militärexperte Viktor Murachowski erläuterte: „Kein gegenwärtiger Panzer oder Schützenpanzer, aber auch keine gut befestigte Infrastruktur-Anlage kann einen Treffer durch diese ‚Kugel‘ verkraften.“ 

    Die Terrorgruppe IS, gegen den sich der russische Luftwaffeneinsatz in Syrien richtete, verfügt über viele erbeutete Panzer T-55 und Schützenpanzer BMP-1, aber auch über selbstgebastelte gepanzerte Kampffahrzeuge – etwa auf Basis von Zugmaschinen.

    In Syrien wird diese Munition laut Murachowski von Frontbombern des Typs Su-24 eingesetzt. Das Wuchtgeschoss kommt von oben und trifft den Geschützturm. Es durchbricht dabei eine bis zu 160 mm dicke Panzerung. Für den Fall, dass keine Ziele in der Gegend entdeckt werden, hat jedes Projektil ein eingebautes Selbstzerstörungs-System.

    Wie die Zeitung schreibt, ermöglicht die RBK-500/SPBE-D auch, Geld zu sparen. Im Gegensatz zu Luft-Boden-Raketen kann diese Munition mehrere Ziele bei einem Abwurf treffen: Bis zu sechs Panzer können zerstört werden. Um die „Kugeln“ abzuwerfen, braucht das Flugzeug außerdem seine Geschwindigkeit nicht zu begrenzen. Der Abwurf ist in 50 Kilometer Entfernung vom Ziel möglich.

    Der russische Militärexperte Wadim Kosjulin sagte: „Die RBK-500/SPBE-D war nicht das erste Novum, das von der russischen Luftwaffe im realen Kampfeinsatz getestet wurde. Etwa Su-24-Kampfjets verwendeten erstmals neue Zielvorrichtungen SWP-24 Gefest, die ermöglichen, ungelenkte Flugzeugbomben mit hoher Präzision abzuwerfen. Der Einsatz von Gefest war eine richtige Überraschung für westliche Experten, denn bisher ging man davon aus, dass eine solche Präzision bei den nicht allzu modernen Waffen unmöglich ist.“

    Russische Kampfjets, so Kosjulin weiter, trugen auch moderne satellitengelenkte Präzisionsbomben KAB-500S. Diese Drop-and-Forget-Munition ist dafür geeignet, stationäre Ziele wie Depots, Militäranlagen oder vor Anker liegende Kriegsschiffe zu zerstören, und zwar rund um die Uhr und bei jedem Wetter.

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    SWP-24, Panzer T-55, BMP-1, RBK-500/SPBE-D, Su-24, Terrormiliz Daesh, Russland, Syrien