15:17 15 November 2018
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    US-Soldaten bei einem Manöver in Polen (Archivbild)

    Polnische Armee soll um die Hälfte wachsen – Wer wird die Kosten tragen?

    © Flickr/ U.S. Army Europe Images/ 1st Lt. Alexander Jansen
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    Die polnische Armee soll nach Angaben von Verteidigungsminister Antoni Macierewicz demnächst um die Hälfte wachsen. Experten stellen dabei die Frage, wer die damit verbundenen Kosten tragen wird.

    „Alles wird so hingestellt, dass wir in die eigene Tasche werden greifen müssen“, sagte Tomasz Jankowski, Experte des Europäischen Zentrums für geopolitische Studien, in einem Interview für Sputnik Polska. „Das Schlimmste ist (worauf die Regierung allem Anschein nach hinarbeitet), dass die Modernisierung der polnischen Armee eigens dazu gedacht ist, veraltete amerikanische Waffen, die die USA nicht mehr benutzen, an Polen zu verkaufen“, meinte der Experte. 

    „Details sind uns noch nicht bekannt. Aber es geht höchstwahrscheinlich um Aufträge US-amerikanischer Rüstungsbetriebe.“ Dabei sagte Jankowski, dass die Regierung die Gesellschaft dauernd mit einem drohenden Krieg – sprich einem Krieg mit Russland – einschüchtert. Deshalb sollte sich Polen bewaffnen und seine Verteidigungskraft stärken. Wichtiger Moment sei dabei die Präsenz der US-Truppen in Polen.

    In einem Interview der Zeitung „Rzeczpospolita“ hatte Verteidigungsminister Macierewicz vor drei Tagen erklärt, dass seine Amtskollegen in Deutschland und den USA auf die Stationierung von US-Truppen auf polnischem Territorium drängen. „Im Grunde genommen bestätigte der Minister, dass die Entscheidung über die Stationierung ausländischer Truppen auf polnischem Territorium in Deutschland und Amerika getroffen wird. Das heißt, dass Polen ein okkupierter Staat ist. Wenn wir schon okkupiert sind, ist die Entscheidung über die Aufstockung der polnischen Armee ohne Zweifel keine eigenständige. Das ist ein Versuch, die Ausgabe von Milliarden aus dem polnischen Haushalt für US-amerikanische Waffen zu verbergen“, fuhr Jankowski fort.

    Er sei davon überzeugt, dass sich der Westen nie auf eine Konfrontation mit Russland einlassen wird. „Das alles ist nur Regierungspropaganda, die militärische Stimmungen im Land weiter schüren soll mit dem Ziel, Menschen von der Notwendigkeit höherer Rüstungsausgaben zu überzeugen und sie daran glauben zu lassen, dass dies Priorität unserer Außenpolitik ist“, betonte der Experte.

     

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