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17:59 20 September 2019
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    Wien (Archiv)

    EU-Studie offenbart widersprüchliche Einstellung der Österreicher zur Arbeit

    © AFP 2019 / Alexander Klein
    Österreich
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    Eine Studie der Universität Wien in Kooperation mit der Wirtschaftsuniversität in Athen hat im EU-Vergleich die Zentralität der Arbeit im Leben junger Menschen analysiert. Die Ergebnisse der Recherche wurden im Fachmagazin „The ANNALS of the American Academy of Political and Social Science“ veröffentlicht.

    Das Forscherteam um Prof. Bernhard Kittel, Fabian Kalleitner und Prof. Panos Tsakloglou unterschied im Rahmen der Studie zwischen zwei verschiedenen Dimensionen der Wichtigkeit von Arbeit. Zum einen wurde ihre Wichtigkeit in Relation zu anderen Aspekten des Lebens wie beispielweise Freizeit untersucht. Und zum anderen die Bereitschaft zu arbeiten, selbst dann, wenn man es aus finanziellen Gründen nicht mehr tun müsste.

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    Im Ergebnis der Recherche fiel Österreich besonders auf. Den Forschern zufolge ist die Arbeit jungen Studienteilnehmern aus Österreich weit weniger wichtig als denen aus anderen europäischen Ländern.

    Trotzdem wären junge Österreicher mehr als andere bereit, zu arbeiten, wenn es nicht nötig wäre. Dieses Ergebnis zeigt eine auf den ersten Blick paradox anmutende Wertebeziehung zur Arbeit.

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    „Tatsächlich spiegelt es aber nur wider, dass die beiden Dimensionen sehr unterschiedliche Aspekte der Arbeitszentralität für Menschen erheben. Für junge ÖsterreicherInnen ist Arbeit ein selbstverständlicher Teil des Lebens, jedoch nicht mehr dominierend, sondern ein Aspekt neben anderen Lebensbereichen wie Familie und Freizeit“, zitieren Medien Prof. Bernhard Kittel.

    Bei jungen Frauen zeigte sich laut der Studie die Tendenz, dass die Wichtigkeit von Arbeit sinkt, wenn in der Region die Frauenbeschäftigungsquote hoch ist.

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    Die Einstellung junger Menschen zur Arbeit soll vor allem von ihren Eltern beeinflusst werden. Die Vorstellung von der Wertigkeit der Arbeit wird Kittel zufolge so zu sagen „kulturell vererbt“.

    Daten, die in der Studie genutzt wurden, stammten aus dem CUPESSE Projekt (Cultural Pathways to Economic Self-Sufficiency and Entrepreneurship), das unter dem europäischen Framework Programm FP7 gefördert wurde. Dabei wurden Angaben zu kulturellen und sozialen Bedingungen von Jugendbeschäftigung in Dänemark, Deutschland, Griechenland, Großbritannien, Italien, Österreich, Spanien, Tschechien und Ungarn sowie der Schweiz und der Türkei erhoben.

    Für die Studie verwendeten die Wissenschaftler aus Wien und Athen die Daten von 18 bis 35-Jährigen sowie deren Eltern in den neun untersuchten EU-Ländern.

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    Tags:
    Soziologie, Wirtschaft, Forscher-Team, Forschung, Forscher, Wissenschaftler, Wissenschaft, Recherche, Studie, Arbeit, Europäische Union, Europäer, Europa, EU, Österreicher, Österreich