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01:18 14 Oktober 2019
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    Nord Stream 2: Chef von österreichischem Energiekonzern fordert Schutz vor Washington

    © AFP 2019 / ALEXANDER KLEIN
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    Rainer Seele, der Chef des österreichischen Öl- und Gaskonzerns OMV, hat in einem Gespräch mit der Zeitung „Financial Times“ die EU aufgerufen, Unternehmen zu schützen, denen wegen der Beteiligung am Bau der Gaspipeline Nord Stream 2 US-Sanktionen drohen.

    Der OMV-Chef beschuldigte Washington des Versuchs, seinen Verbündeten die Energiepolitik zu „diktieren“, schreibt das Blatt am Donnerstag. Hinter den US-Attacken auf das Nord-Stream-2-Projekt stehe der Wunsch, den Markt für eigene Gas-Lieferungen zu sichern.

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    „Ich möchte gerne wissen, ob Europa die Unabhängigkeit seiner eigenen Länder schützen wird oder nicht, wenn jemand noch Europa diktieren möchte, welche Energie-Politik es betreiben sollte“, zitiert die Zeitung Seele.

    In einer fairen Partnerschaft sollen die „Positionen aller Beteiligten respektiert“ werden. „Europa soll arbeiten und für seine Position kämpfen“.

    Aus Seeles Sicht basiert die US-Ablehnung von Nord Stream 2 auf dem Bestreben, Washingtons eigene Gasexporte nach Europa zu erhöhen. Dank der Schiefergas-Revolution seien die Vereinigten Staaten zu einem der großen Importeure von Flüssigerdgas geworden.

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    „Sie haben gesagt: ‚OK, um unsere Industrie von Flüssiggasexport zu verstärken, müssen wir Sanktionen gegen Gas aus Russland verhängen‘. So habe ich es gesehen“.

    Laut dem OMV-Chef „verstehen die europäischen Politiker das auch gut“. Solange die Strategie des Unternehmens von der österreichischen Regierung unterstützt werde, werde die OMV mit Moskau eng zusammenarbeiten.

    Die USA versuchen, Russland als unzuverlässigen Partner darzustellen, so Seele. Das stimme jedoch mit seiner Erfahrung nicht überein.

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    „Wir haben verschiedene politische Regime im Amt gesehen und unsere Erfahrung ist ziemlich klar: Es hat keinen einzigen Tag gegeben, keine einzige Minute, wo wir das Energie-Volumen, das in unserem Vertrag mit Russland stand, nicht bekommen hätten“.

    Zuvor hatte US-Energieminister, Rick Perry, während eines Besuches in Kiew erklärt, dass die US-Regierung den Bau der Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 mit Sanktionen verhindern und ein entsprechendes Gesetz verabschieden wolle.

    Nord Stream 2

    Nord Stream 2 ist das Projekt einer Gaspipeline, die aus Russland über den Meeresgrund der Ostsee direkt nach Deutschland führt. Bis Ende 2019 ist die Inbetriebnahme der Pipeline geplant, deren Kapazität 55 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr erreichen soll.

    Das Projekt wird von der Nord Stream 2 AG umgesetzt. Der russische Gasgigant Gazprom verfügt über 51 Prozent der Aktienanteile. Die führenden deutschen Energieunternehmen Wintershall Holding GmbH und PEGI/E.ON sind mit jeweils 15,5 Prozent beteiligt, die niederländische N.V. Nederlandse Gasunie und der französische Energieversorger Engie mit jeweils neun Prozent.

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    Für Deutschland ist das Pipeline-Projekt besonders bedeutend, da die Bundesregierung den Ausstieg aus Atom- und Kohlekraftwerken bis 2038 beschlossen hat.

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    Tags:
    Einfuhr, Ausfuhren, Import, Export, Lieferant, Lieferung, Energiepolitik, Energiemarkt, Energie, Schiefergas, Gasmarkt, Erdgas, Gas, Nord Stream 2 AG, Nord Stream 2, OMV, Rainer Seele, USA, Russland, Europa, EU, Österreich