Widgets Magazine
18:46 20 September 2019
SNA Radio
    Das österreichische Parlament (Archiv)

    Ermittlungen nach „Ibiza-Video” auch gegen SPÖ und ÖVP – Medien

    © AP Photo/ Ronald Zak
    Österreich
    Zum Kurzlink
    6641
    Abonnieren

    Die österreichische Staatsanwaltschaft ermittelt nach offiziell unbestätigten Medienberichten im Zusammenhang mit dem „Ibiza-Video” gegen mehrere Parteien und Unternehmen. Demnach will die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) in Wien herausfinden, ob neben der FPÖ auch die ÖVP und die SPÖ über getarnte Vereine Geld erhalten haben.

    Dies besagt eine „Ermittlungsanordnung”, die der Wochenzeitung Falter zugespielt wurde und von „Süddeutscher Zeitung” und „Spiegel” eingesehen werden konnte. Die WKStA kommentierte die Berichte am Dienstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur nicht. Bei dem gesamten Ermittlungsakt handele es sich um eine Verschlusssache.

    Das „Ibiza-Video” war am 17. Mai von „Spiegel” und „Süddeutscher Zeitung” veröffentlicht worden und hatte zum Ende der rechtskonservativen Regierung von Österreichs Kanzler Sebastian Kurz geführt.

    Ibiza-Skandalvideo

    In dem Video spricht Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache mit einer vermeintlichen russischen Oligarchen-Nichte unter anderem über verdeckte Parteispenden. Dabei behauptet Strache auch, dass einige wichtige Unternehmen über verdeckte Vereine heimlich große Summen an Parteien gespendet hätten. Die Unternehmen dementierten das, auch Strache sagte nach der Veröffentlichung des Videos, dass er damit nur habe prahlen wollen.

    Laut den neuen Medienberichten ermittelt die WKStA aber nun auch gegen unbekannte Verantwortliche von drei Firmen.

    Der Skandal mit dem so genannten „Ibiza“-Video löste einen Bruch der Regierungskoalition aus ÖVP und FPÖ sowie den Rücktritt der Regierung in Wien aus. Bundespräsident Alexander Van der Bellen vereidigte ein Übergangskabinett. Die vorgezogenen Wahlen zum Nationalrat finden am 29. September statt.

    ai/dpa

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Österreich, Ermittlungen, Ibiza, ÖVP, SPÖ