Widgets Magazine
10:15 22 Oktober 2019
SNA Radio
    Atomkraftwerk Dukovany in Tschechien

    AKWs an allen Grenzen: Österreicher wollen sich „gegen Atomgefahr wehren“

    © AP Photo / Petr David Josek
    Österreich
    Zum Kurzlink
    83111
    Abonnieren

    Österreich ist ein Land, das selbst keine aktiven Atomkraftwerke hat, aber sich ironischerweise mit gleich mehreren AKW-Neuprojekten an den Landesgrenzen konfrontiert sieht. Im Fall eines Atomunfalls wäre das Land nämlich auf das Stärkste von den Folgen betroffen, ohne dabei eigene Reaktoren zu haben.

    Tschechien hat ein ehrgeiziges Atomausbau-Programm entwickelt, dass die massive Ausweitung von AKW-Strom vorsieht. So sollen im AKW Temelin sowie in der grenznahen Uralt-Anlage Dukovany neue Meiler errichtet werden.

    Doch nun sieht sich die Regierung des osteuropäischen Staates mit heftiger Kritik aus Österreich konfrontiert.

    „Jetzt ist Schluss mit lustig! Es kann nicht sein, dass Pannenreaktoren wie Temelin oder Dukovany unter dem Deckmantel der sauberen Energie ausgebaut werden. Das ist verantwortungslos und gefährlich. Wir werden uns zu wehren wissen“, kritisiert etwa der niederösterreichische Landesrat Stephan Pernkopf (ÖVP) das tschechische Atomprogramm.

    Seit Langem kämpft er bereits gegen den Ausbau der Atomkraft in den Nachbarländern Österreichs. So wurden in Niederösterreich bereits 64.000 Unterschriften gegen Dukovany gesammelt.

    Dabei will Pernkopf sogar nach Brüssel gehen. Seine Initiative fordert, dass die EU für alle Regionen, die nicht aus der Atomkraft aussteigen, Förderungen streichen soll. Dass die Energiewende mit Wasser, Wind und Sonne nur etwas für „reiche Länder“ sei, wie der tschechische Industrieminister Karel Havlicek erklärt, ist für Pernkopf „glatter Unsinn“.

    Auch Kanzlerin Brigitte Bierlein äußerte sich zwar diplomatischer, aber ebenfalls in die gleiche Richtung:

    „Österreich ist und bleibt aus Überzeugung Vorreiter bei der erneuerbaren Energie und lehnt Atomenergie ab.“

    Die Sorgen der Österreicher sind insofern nicht unberechtigt, als dass das AKW Dukovany nur 35 Kilometer und das AKW Temelin nur rund 60 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt liegen. Ein Atomunfall in einem dieser Reaktoren wäre für das Alpenland ein Gau, ohne dass Österreich etwas dagegen tun könnte.

    Zudem hatten zuletzt auch die neuen Reaktorblöcke des slowakischen Atomkraftwerks Mochovce für Schlagzeilen gesorgt, nachdem einige österreichische Medien über massive Baumängel und Versagen der Bauaufsicht berichtet hatten.

    Wie die Tschechen, können aber auch die Slowaken die Kritik aus dem Alpenland nicht akzeptieren und betonen, dass ihre Kraftwerke sicher seien.

    SB/ng/

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Atomkraft, Atomstrom, Tschechien, Niederösterreich, Österreich