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18:18 12 November 2019
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    Philippa Strache (in d. M.)

    „Parteiausschluss ist mir wurscht” – Philippa Strache zieht als wilde Abgeordnete in Nationalrat ein

    © AFP 2019 / HANS KLAUS TECHT / APA
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    Philippa Strache gibt sich nach dem Ausschluss aus der FPÖ kämpferisch und will als „wilde Abgeordnete“ auch ohne Rückendeckung der Partei etwas bewegen. Derweil gibt es bissige Kommentare aus den Reihen der FPÖ.

    In einem Interview mit der Tageszeitung „Österreich“ äußerte sich Philippa Strache am Donnerstag erstmals zur Annahme ihres Mandats im Nationalrat und zum Parteiausschluss aus der FPÖ.

    Sie habe sich die Entscheidung, ins österreichische Parlament einzuziehen, nicht leichtgemacht, so Strache. Doch nach vielen Gesprächen mit politisch erfahrenen Menschen sei sie zur Überzeugung gelangt, dass sie auch als wilde Abgeordnete im Nationalrat etwas bewegen könne. Wenn sie keiner Partei angehöre, unterliege sie zudem keinem Klubzwang.

    Der tags zuvor erfolgte Ausschluss aus der FPÖ, die ihr Ehemann HC Strache zu ihrer jetzigen Größe geführt hatte, sei ihr „wurscht“, so die frischgebackene Abgeordnete.

    Am Mittwoch gab die FPÖ in einer knappen Presseaussendung bekannt, dass Philippa Strache aus der Partei ausgeschlossen wurde. Grund dafür seien Äußerungen Straches in einer schriftlichen Stellungnahme vom Dienstag, die „eindeutig parteischädigenden Charakter“ hätten.

    In der Stellungnahme, in der Strache die Annahme ihres Mandats ankündigte, ging sie auch auf vorangegangene Konflikte mit Parteikollegen ein.

    „Die Verleumdungen der letzten Wochen und die daraus resultierende öffentliche Diskussion, zu der zu meiner großen Enttäuschung in großem Ausmaß ehemalige Parteifreunde beigetragen haben, waren kränkend, verletzend und angesichts der Dimension verbreiteter unwahrer Behauptungen schlichtweg verwerflich. Ich bin mir bewusst, dass diese Diffamierungskampagne im Hinblick auf das mir vom Wähler zugeteilte Mandat mit Niedertracht inszeniert wurde“, so die Ehefrau des ehemaligen Vize-Kanzlers Heinz-Christian Strache.

    Kaum ist Strache im Parlament angekommen, kommt auch schon Kritik von ehemaligen Parteikollegen. So ätzte der freiheitliche Generalsekretär Christian Hafenecker am Mittwoch, die wilde Abgeordnete sei den Wahlen des Nationalpräsidiums und den darauffolgenden Abstimmungen einfach ferngeblieben und habe sich auch nicht an der vorausgegangenen Debatte beteiligt.

    „Jetzt erkennt Frau Strache vielleicht, dass mit einem politischen Mandat auch ein hohes Maß an Arbeit und Verantwortungsbewusstsein einhergeht. Wenn man sich explizit auf die Verfassung bezieht, sollte das kein Lippenbekenntnis bleiben“, so Hafenecker.

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    Tags:
    Abgeordnete, Freiheitspartei Österreichs (FPÖ), Philippa Strache, Österreich