05:34 18 November 2019
SNA Radio
    Gericht (Symbolbild)

    Österreich: Ex-Oberst wegen angeblicher Spionage für Russland angeklagt

    CC0
    Österreich
    Zum Kurzlink
    4226
    Abonnieren

    Die Staatsanwaltschaft Salzburg hat einen mittlerweile pensionierten Oberst des österreichischen Bundesheeres wegen Spionage für Russland angeklagt.

    Dem 71-Jährigen wird vorgeworfen, Staatsgeheimnisse verraten und vorsätzlich militärische Geheimnisse preisgegeben zu haben, so die Staatsanwaltschaft am Freitag.

    Der Oberst außer Dienst soll der russischen Militäraufklärung GU (früher GRU) während seiner aktiven Zeit und darüber hinaus rund 25 Jahre lang vor allem Informationen über Waffensysteme weitergegeben haben.

    Seit dem 30. November 2018 befindet sich der 71-Jährige in Haft. Ermittler befürchten, er hätte sonst wieder ein Verbrechen begehen können.

    Der damalige österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz hatte im November 2018 bekanntgegeben, der Ex-Oberst werde der Aufklärungstätigkeit zugunsten Russlands im Zeitraum zwischen 1992 und 2018 verdächtigt. Der Hinweis auf den Mann soll von einem ausländischen Dienst gekommen sein.

    Wien ruft auf, nicht zu dramatisieren

    Mit Moskau pflege man gute Kontakte und daran werde sich auch nichts ändern, sagte Kurz damals. Bei einem Spionageverdacht würden die Beziehungen zwischen der EU und Russland jedoch nicht besser.

    Der österreichische Präsident Alexander van der Bellen rief Ende des vorigen Jahres dazu auf, die Situation rund um die Spionage-Vorwürfe zunächst nicht zu dramatisieren. Zuallererst sei es notwendig, eine objektive Ermittlung durchzuführen.

    Russlands Außenminister Sergej Lawrow betonte, dass solche Spionageanschuldigungen nur über bilaterale Kommunikationskanäle zwischen den Behörden geklärt, jedoch nicht beweislos in die Öffentlichkeit getragen werden sollten.

    Suche nach „russischem Spion“

    Die Beziehungen zwischen Moskau und Wien kühlten sich in der letzten Zeit ab, nachdem Österreichs Ministerium für Inneres im Juli erklärt hatte, dass per Haftbefehl nach einem Bürger Russlands gesucht werde.

    Der 65-jährige Igor Saizew soll nachrichtendienstliche Aktivitäten zugunsten der russischen Militäraufklärung GU zum Nachteil der Alpenrepublik unternommen haben.

    Die österreichische Staatsanwaltschaft ging davon aus, dass der Russe einen hochrangigen Offizier der österreichischen Armee zur Preisgabe von Staatsgeheimnissen bewogen haben soll.

    mo/sb/dpa/sna

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Russland, Österreich