11:34 20 Februar 2020
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    Die SZ-Investigativjournalisten Bastian Obermayer und Frederik Obermaier werden die Theodor Herzl-Dozentur für Poetik des Journalismus 2019 am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien übernehmen.

    Die mehrfach ausgezeichneten Investigativjournalisten der Süddeutschen Zeitung, die sich unter anderem durch ihre Rechercheleistung im Zusammenhang mit den Panama- und Paradise-Papers einen Namen gemacht haben, sind den Österreichern vor allem wegen ihrer journalistischen Nachforschungen in der „Ibiza-Affäre“ bekannt. Nun sollen Bastian Obermayer und Frederik Obermaier an drei Tagen im Dezember an der Universität Wien zum Thema „Enthüllungsjournalismus – was steckt dahinter?“ sprechen.

    In den drei Vorlesungen sollen die Hörer etwas darüber erfahren, wie man mit anonymen Whistleblowern, überbordenden Leaks und interessengeleiteten Informanten umgeht, welche Chancen und Grenzen kollaborative Recherche bietet, welchen legalen und illegalen Angriffen investigative Journalisten ausgesetzt sein können und wie sie sich davor schützen. Die Vorlesungen sollen im Rahmen der Theodor Herzl-Dozentur stattfinden.

    Man freue sich ganz besonders, dass zwei so renommierte Journalisten im Rahmen der Dozentur sprechen werden, so Folker Hanusch, diesjähriger Leiter der Dozentur. „In Zeiten, in denen Politik und Wirtschaft immer mehr versuchen, Journalismus zu umgehen, zeigen Obermayer und Obermaier wie wichtig es ist, dass Journalismus die Mächtigen kontrolliert und hinterfragt.“

    Die Ibiza-Affäre, auch Ibiza-Gate genannt, hatte im Mai 2019 zum Auseinanderbrechen der regierenden Koalition aus ÖVP und FPÖ geführt. Im Zentrum der Affäre steht ein Video, das im Juli 2017 heimlich aufgenommen wurde. Darauf zu sehen sind der damalige Vize-Kanzler und FPÖ -Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache und Nationalratsabgeordneter und geschäftsführender FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus bei einem Treffen mit einer angeblichen Nichte eines russischen Oligarchen in einer Villa auf der Insel Ibiza. Bei dem Gespräch geht es um Korruption, Umgehung von Gesetzen zur Parteienfinanzierung und Kontrolle unabhängiger Medien. Durch die gemeinsame Recherche und Publikation von brisanten Ausschnitten aus dem Video trugen „Spiegel Online“ und „Sueddeutsche.de“ maßgeblich zur Aufdeckung des Skandals im Mai 2019 bei.

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    Österreich, Journalismus, Süddeutsche Zeitung, Johannes Gudenus, Heinz-Christian Strache, Ibiza