14:52 16 Dezember 2019
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    Österreichs Präsident Alexander van der Bellen kommt zu der UN-Klimakonferenz (COP25) am 2. Dezember 2019 in Madrid, Spanien.

    Klimagipfel: Van der Bellens Rede über Eisbärchen und „brütend heißes Wien“ mit toten Bäumen – Video

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    Am Rande der 25. UN-Klimakonferenz in Madrid plädierte Österreichs Präsident Alexander van der Bellen für besseren Klimaschutz. Er erzählte dabei eine Geschichte, für die er nun von seinen Anhängern im Netz gefeiert wird.

    Das entsprechende Video veröffentlichte sein Presseteam auf Twitter. „Das ist ein Eisbär“, begann der österreichische Präsident seine Erzählung und nahm ein weißes Spielzeug in die Hände. Ein kleiner Junge, David, sei kürzlich bei ihm im Büro gewesen. „Als er die Kristallluster in der Wiener Hofburg sah, glänzten seine Augen“, sagte Van der Bellen weiter. Aber er sagte zum Präsidenten, man müsse Strom sparen, sonst würden die Eisbären sterben. „David hat diese Woche Geburtstag. Ich werde ihm dieses Eisbärchen schenken.“ 

    David denkt laut dem Präsidenten schon jetzt darüber nach, wie die Welt aussehen wird, wenn er groß ist. Wenn er 2050 Mitte 30 sei, werde David vielleicht selbst Kinder haben. Seine Familie werde wahrscheinlich in Wien leben.

    „Aber es ist nicht mehr das Wien seiner Kindheit. Die Stadt ist mittlerweile monatelang brüllend heiß, viele Bäume haben die Hitze nicht überlebt. Davids Tochter hatte letztes Jahr das Dengue-Fieber, ursprünglich eine Tropenkrankheit.“

    Das wäre möglich, betonte Van der Bellen. „Oder wird Davids Welt so aussehen?“, fuhr er fort. Die Wiener Luft sei frei von Feinstaub. David sei meist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs, die flächendeckend ausgebaut worden seien. Autos würden längst nur mit erneuerbarer Energie fahren. Wien sei jetzt viel grüner als in seiner Kindheit. 

    „Das letzte Kohlekraftwerk weltweit hat schon längst zugesperrt. Aus vielen Ölkonzernen sind Sonnenkonzerne geworden“, wünscht sich Van der Bellen weiter.

    2020 sei das Jahr, in dem „wir uns entscheiden müssen“, „unsere nationalen Klimapläne nachbessern müssen“. Und es könne von nun an nur einen Weg für die Treibhaus-Emissionen geben. „Nach unten! Nach unten! Nach unten!“ Das R20 Austrian World Summit in Wien mit Arnold Schwarzenegger zeige jährlich, wie konkreter Klimaschutz funktioniere, so Van der Bellen. Auch die lautstarke internationale „Fridays For Future“-Bewegung mache ihm Hoffnung. „Bitte denken Sie an Ihre Kinder, wenn Sie für Ihr Land entscheiden“, wandte sich der Österreicher an die Entscheidungsträger aus 196 Staaten. 

    „Wenn ich David diesen Eisbären schenke, werde ich ihm sagen, dass wir Erwachsenen alles tun werden, um auf diesen Planeten aufzupassen. Und hoffentlich gibt es dann noch echte Eisbären, die durch die Arktis wandern. Ich wünsche David und uns allen eine gute Zukunft“. Eine kommende schwarz-grüne Regierung könnte bald die Verantwortung dafür in Österreich übernehmen. Die ÖVP ist mittlerweile mitten in den Koalitionsverhandlungen mit den Grünen.

    Klimakonferenz in Madrid

    Bei der zweiwöchigen Klimakonferenz in Madrid haben am Montag die Themengruppen mit ihrer Arbeit begonnen. Sie diskutieren über Möglichkeiten, wie die in Paris 2015 beschlossenen Klimaziele eingehalten werden können. Auf Ministerebene wird erst in der zweiten Woche verhandelt.

    EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen versprach schon verstärkte Anstrengungen Europas im Kampf gegen die Erderhitzung. Wenn die EU bis 2050 klimaneutral werden wolle, müsse jetzt gehandelt werden. Deutschlands Entwicklungsminister Gerd Müller ist dabei einer der wenigen, die den Klimagipfel kritisieren.

    „Wir wollen Emissionen sparen und dann fliegen jedes Jahr 25.000 Menschen um die halbe Welt, um über Klimaschutz zu diskutieren? Mal ganz abgesehen davon, dass eine Konferenz mit so vielen Teilnehmern ineffektiv ist“, sagte er in einem „Spiegel“-Interview. 
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    Tags:
    Alexander van der Bellen, Pariser Abkommen, Klimaschutzabkommen, Klimaschutz