03:07 14 Juli 2020
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    Sowjetische Truppen haben am 13. April 1945 die österreichische Hauptstadt von Nazi-Besatzern befreit. Das Andenken an die im Befreiungskampf gefallenen Sowjetsoldaten sei für die Österreicher von hohem Wert, erklärt ein Historiker im Sputnik-Gespräch. Darin unterscheide sich Österreich von anderen, einstmals von der Roten Armee befreiten Staaten.

    Tagelang kämpften russische Soldatentrupps Haus für Haus frei: Die Befreiung Wiens war in die größere Wiener Operation der 2. und 3. Ukrainischen Fronten der sowjetischen Streitkräfte eingebettet. Am 16. März hatte die Operation im Westen Ungarns begonnen und am 15. April endete sie im Osten Österreichs.

    „Für die Befreiung Europas von der faschistischen Besatzung ist der 13. April 1945 ein Schlüsseldatum“, sagt Historiker Juri Borissenok von der Moskauer Lomonossow-Universität im Sputnik-Gespräch. „An dem Tag wurde Wien befreit. Dass dieses Datum in Moskau von allerhöchster Stelle begangen wird, wird die österreichische Führung sicherlich nicht zu Protesten veranlassen – im Unterschied zu Regierungen mancher anderen europäischen Länder. Schließlich hält sich Österreich an die Vereinbarungen der Nachkriegszeit. Das Andenken an die Sowjetsoldaten ist für die Österreicher von großem politischem Wert. Insofern ist Österreich ein Vorbild dafür, wie mit dem Andenken an das Heldentum der Roten Armee umzugehen ist.“

    Der Umgang anderer Staaten – beispielsweise in Osteuropa und im Baltikum – mit dem Befreiungskampf der Sowjetarmee sei hingegen einfach nur zu bedauern, betont der Historiker: „Man denke nur an den jüngsten Abriss eines Denkmals für den Sowjetmarschall Konew in Prag.“ Es sei zu wünschen, sagt der Wissenschaftler, dass auch andere europäische Hauptstädte außer Wien „die Heldentat des Sowjetvolkes und die laufende Politik“ nicht durcheinanderbrächten.

    • Der Staatskanzler der provisorischen Regierung Österreichs Karl Renner hält Rede bei der Eröffnung des Heldendenkmals der Roten Armee in Wien am 19. August 1945
      Der Staatskanzler der provisorischen Regierung Österreichs Karl Renner hält Rede bei der Eröffnung des Heldendenkmals der Roten Armee in Wien am 19. August 1945
      © Sputnik / Wladimir Galperin
    • Eröffnung des Ehrenmals für die Befreier Wiens am 1. Mai 1945
      Eröffnung des Ehrenmals für die Befreier Wiens am 1. Mai 1945
      © Sputnik / Wladimir Galperin
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    © Sputnik / Wladimir Galperin
    Der Staatskanzler der provisorischen Regierung Österreichs Karl Renner hält Rede bei der Eröffnung des Heldendenkmals der Roten Armee in Wien am 19. August 1945

    Anlässlich des 75. Jahrestags der Befreiung Wiens von den faschistischen Besatzern hat das russische Verteidigungsministerium einige Archivdokumente zur Veröffentlichung freigegeben. In dem Datensatz aus dem Zentralarchiv der Behörde sind Feld- und Frontberichte, Meldungen, Vormarschpläne der Sowjetarmee, Ehrenlisten, Erinnerungen und Aufnahmen enthalten. Die Zeitzeugnisse sind auf der Website des Verteidigungsministeriums in der Rubrik „Wiener Siegeswalzer“ (Wenskij wals Pobedy) einzusehen.

    Zur Befreiung Wiens hat das Verteidigungsministerium einen Ausschnitt aus dem Fronttagebuch der 4. Gardearmee der 3. Ukrainischen Front vom April 1945 veröffentlicht. Darin heißt es: Die Sowjettruppen hätten am 13. April „137 Bezirke im östlichen Wien, eine Donaubrücke, den Nord- und den Nordwest-Bahnhof“ eingenommen. „Bis 14.00 Uhr war der Gegner gänzlich aus der Stadt hinausgejagt worden, sodass Kampfhandlungen (im Stadtgebiet) eingestellt wurden.“

    Sowjetische Soldaten hissen die rote Fahne über Wien am 13. April 1945
    © Sputnik / Semion Rasskin
    Sowjetische Soldaten hissen die rote Fahne über Wien am 13. April 1945

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    Tags:
    Faschismus, Rote Armee, UdSSR, Sowjetunion, Erinnerungen, Tschechien, Russland, Österreich, Zweiter Weltkrieg, Wien