06:31 23 September 2020
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    Russlands Präsident Wladimir Putin hat die Initiative des österreichischen Bundeskanzlers Sebastian Kurz unterstützt, indem er die Bürger der Alpenrepublik in einer TV-Ansprache an die historischen Ereignisse vor 75 Jahren erinnert hat.

    Putins Rede erfolgte im Rahmen einer Gedenkaktion anlässlich des 75. Jahrestages des Sieges über den Nationalsozialismus in Europa. Auch TV-Ansprachen des US-Präsidenten Donald Trump, sowie der Staats- und Regierungschefs von Frankreich und Großbritannien wurden von dem TV-Sender ORF2 ausgestrahlt.

    Obwohl Putin seine Ansprache auf Russisch hielt, begann er mit einer Anrede in der deutschen Sprache: „Liebe Freunde! Grüß Gott!“, sagte er.

    Putin bedankte sich bei Bundeskanzler Kurz für seinen Vorschlag, eine Ansprache anlässlich des 75. Jubiläums des Sieges über den Nationalsozialismus zu halten. Er erinnerte an den heldenhaften und opferreichen vierjährigen Weg der Sowjetmenschen zum Sieg im „blutigsten Krieg in der menschlichen Geschichte“:

    „Sie hatten diesen Krieg nicht gebraucht, sie hatten ihn nicht gewollt, er wurde der Sowjetunion aufgezwungen. Der Überfall der Nazis war verräterisch, hinterhältig und hat im Nu einen Strich durch das friedliche, ruhige Leben unseres Landes und seines multinationalen Volkes gemacht“, so Putin.

    Die heutige Generation bewundere den Mut und Willen der Sowjetmenschen, die jenen Sieg erkämpft hätten: „Sie konnten die unmenschlichen Prüfungen bestehen und ihre Heimat retten, sie haben den Ausgang des Zweiten Weltkrieges bestimmt, Europa befreit, den Sieg, auf den die ganze Welt gewartet hat, errungen“.

    Anschließend ging Putin auch auf die Rolle der Verbündeten der Sowjetunion im Kampf gegen Nazi-Deutschland ein: Russland werde sich an den Beitrag der Alliierten zur Zerschlagung des Nationalsozialismus erinnern, diejenigen, die im antifaschistischen Untergrund gekämpft haben, in Erinnerung behalten, der Millionen von Menschen, darunter Alte, Frauen und Kinder, gedenken, die von den Nazis vernichtet worden seien, sowie der Holocaust-Tragödie.

    Der Große Sieg habe die Menschheit gerettet – und auch den Weg zur „Wiedergeburt eines unabhängigen, sich dynamisch entwickelnden, demokratischen Österreichs“ geebnet, für dessen Befreiung über 26.000 sowjetische Soldaten ihr Leben gelassen haben.

    Der russische Staatschef verwies darauf, dass es auf österreichischem Boden über 200 sowjetische Kriegsgräber gibt. „Unser Dank gilt den österreichischen Behörden und Bürgern für den behutsamen, respektvollen Umgang mit diesen für uns so wertvollen Gedenkstätten“, äußerte er.

    „Das Gedenken an die Gefallenen, an die Kriegsereignisse, der Schutz der Wahrheit über den Krieg und der Ehre der wahren Helden ist nicht nur unsere gemeinsame Pflicht. Es ist auch das Anliegen unseres Gewissens gegenüber der ganzen Generation der Sieger. Sie hatten nichts geschont, damit wir, ihre Nachkommen, keine Kriegstragödie erfahren“.

    „Heutzutage sollten wir auch alles unternehmen, damit niemand es jemals wagen könnte, erneut einen Krieg zu entfesseln. Darin besteht unsere gemeinsame Verantwortung gegenüber den zukünftigen Generationen“, mahnte Putin.

    Abschließend wünschte der russische Präsident dem freundschaftlichen österreichischen Volk Wohlergehen, Frieden und Prosperität sowie die Bewältigung „unserer gemeinsamen neuen Gefahr, der Verbreitung der Coronavirus-Infektion. „Wir alle kämpfen gegen diese Epidemie, und die gegenseitige Unterstützung ist in diesen schwierigen Zeiten von großer Bedeutung“, sagte er.

    asch/ae

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    Tag des Sieges, Siegestag, Zweiter Weltkrieg, Putin, Österreich, Russland