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    Während noch immer 35 Ermittlungsverfahren in der Causa Ibiza laufen, feiert der österreichische Ex-Vizekanzler mit „Team Strache“ sein politisches Comeback. Zum Jahrestag der Ibiza-Affäre hat der ehemalige FPÖ-Chef in einem Video seine Unschuld beteuert.

    Seit Freitag ist es amtlich: Aus der „Allianz für Österreich“ (DAÖ) wird „Team Strache – Allianz für Österreich“. Der vor einem Jahr über den Ibiza-Skandal gefallene Ex-Vizekanzler hat angekündigt, bei der Wiener Gemeinderatswahl im Oktober als Spitzenkandidat des „Teams“ anzutreten. Strache wolle gerade jetzt in den schwierigen Corona-Zeiten darauf aufpassen, dass „die momentan Mächtigen in diesem Land es nicht zu weit treiben“. Die DAÖ war im Dezember 2019 von ehemaligen FPÖ-Gemeinderäten gegründet worden, und es sieht danach aus, dass einige von Straches Mitstreitern ihm nun aus der FPÖ in die neue Partei folgen werden.

    Darunter ist beispielsweise Christian Höbart. Der 44-Jährige hatte die Freiheitlichen über ein Jahrzehnt lang im Nationalrat vertreten, in Straches Partei soll er Medienberichten zufolge Generalsekretär werden. Als Grund für seine Entscheidung gab Höbart an, der „gesamte Weg der FPÖ“ sei für ihn „diffus“ geworden. 

    Mit Stefan Berndorfer und Nicole Geiger folgen zwei weitere FPÖ-Mitglieder Hörbart und Strache in die neue Partei.

    Wird Strache gegen seine alte Partei kämpfen?

    Einen „blauen Bruderstreit“ sieht die Wiener SPÖ-Landesparteisekretärin Barbara Novak kommen:

    „Die nächste Etappe im blauen Bruderstreit hat also begonnen: Aus DAÖ wird Team Strache und damit ist nun auch im Namen festgehalten, dass der Hauptverursacher von Ibiza in dieser angeblichen Bewegung das Sagen hat. Dies lässt befürchten, dass die Deftigkeit der blauen Schlammschlacht mit der Wiener FPÖ unter Dominik Nepp noch einen Zahn zulegt und zu einem Wettstreit der Grauslichkeiten wird. Doch gerade in diesen schwierigen Zeiten hat unser Wien Besseres verdient als einen Bruderstreit der verletzten Eitelkeiten“, so die Sozialdemokratin.

    Straches politisches Comeback kommt just zum Jahrestag des Ibiza-Skandals, der ihn seine Posten als Vizekanzler und FPÖ-Chef gekostet hatte. Am Sonntagabend hatte der umstrittene Politiker ein Video veröffentlicht, in dem er wiederholt seine Unschuld beteuert. „Ein kriminelles Verhalten habe ich schlichtweg nicht an den Tag gelegt“, so Strache. Man habe ihm damals „illegale Substanzen untergejubelt“ und er werde bis heute „mit miesen Stasi-Methoden verleumdet“.

    Juristisch ist die Ibiza-Affäre für Heinz-Christian Strache freilich noch nicht ausgestanden. Momentan laufen in diesem Zusammenhang 35 Ermittlungsverfahren, in vielen von denen der Ex-FPÖ-Chef als Beschuldigter, direkt oder indirekt Beteiligter oder Zeuge eine wesentliche Rolle spielt. 

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    Tags:
    Populismus, Rechtspopulismus, Rechtsextremismus, Österreich, Ibiza, Heinz-Christian Strache