16:29 04 Dezember 2020
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    Das österreichische Verteidigungsministerium hat am Montag die Entscheidung zur Zukunft der Luftraumüberwachung Österreichs bekannt gegeben.

    Die Wehrsprecher aller Parlamentsparteien, Luftraumüberwachungs-Experten des Heeres, der Generalstabschef Robert Brieger, der Präsident der Finanzprokuratur Wolfgang Peschorn und die Verteidigungsministerin Klaudia Tanner trafen der Mitteilung zufolge am Montag zusammen, um über die nächsten Schritte der Luftraumüberwachung zu debattieren. Zu den wichtigsten Themen gehörten die Causa Eurofighter sowie die Nachfolge der Saab 105 OE.

    US-Langstreckenbomber B-52 (im Vorderplan) und B-1B Lancer auf der Barksdale Air Force Base (Archivbild)
    © Foto : U.S. Air Force / Senior Airman Curt Beach
    Derzeit betreibt Österreich demnach ein Zwei-Flotten-System für die aktive Luftraumüberwachung. Es handle sich um eine Kombination aus Eurofighter Überschallfliegern für die Luftraumüberwachung und Saab 105 Unterschallfliegern für die Schulung, die die Luftraumüberwachung ergänzen.

    Durch die Saab 105 würden sechs Prozent der Stunden der Einsatzbereitschaft abgedeckt. Die 50 Jahre alten Maschinen seien nur mehr bis Ende 2020 einsetzbar und würden ersatzlos gestrichen. Die derzeit auf der Saab 105 OE eingesetzten Piloten und Werftmitarbeiter würden dringend für andere Luftflotten des Bundesheeres benötigt, so Brieger. Die Ausbildung werde künftig, wie bisher, auch im Ausland stattfinden.

    Trotz jahrelanger juristischer Querelen um den Militärjet werden die Eurofighter-Abfangjäger weiter betrieben. Weitere Entscheidungen über die österreichische Luftraumüberwachung sollen erst nach dem Ende des Rechtsstreits mit Airbus kommen.

    „Die Republik Österreich wird weiterhin alle Rechtsmittel ausschöpfen, um das Ziel zu erreichen, aus dem Eurofighter-Vertrag auszusteigen und von Eurofighter entschädigt zu werden. Bis zur endgültigen Entscheidung der Justiz werden keine Entscheidungen in Bezug auf die Luftraumüberwachung getroffen, die die Position Österreichs gegenüber Eurofighter verschlechtern würden“, so die Verteidigungsministerin.

    Eurofighter-Deal

    Österreich hatte sich 2003 für den Kauf von 18 Eurofightern entschlossen, später wurde auf 15 Jets abgespeckt. Der Kauf ist bis heute das größte Rüstungsgeschäft der Nachkriegsgeschichte in Österreich.

    Die Alpenrepublik beklagte später, dass sie über Ausstattung und Lieferfähigkeit der Abfangjäger getäuscht worden sei. Zudem kamen bald die Korruptionsvorwürfe auf. Mit dem Rüstungsgeschäft haben sich in Österreich drei parlamentarische Untersuchungsausschüsse beschäftigt.

    mo/mt/dpa

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