08:50 30 September 2020
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    Der Geschäftsführer des größten österreichischen Kinobetreibers „Cineplexx“ beantwortet Fragen zu neuen Distributionsmodellen aus Hollywood. Aufgrund der Corona-Maßnahmen wurden viele Blockbusters verschoben – das kommerzielle Kino muss sich ebenfalls mit solchen Problemen auseinandersetzen. Prägt nun die Pandemie das zukünftige Bild des Kinos?

    Durch die Corona-Krise wurden viele Filmdrehs in Hollywood zeitweilig eingestellt und die daraus entstehenden Blockbuster auf das nächste Jahr verschoben. Dies schadet jedoch auch den Kinos in Europa. Die größte Kinokette Österreichs, „Cineplexx“, kämpfe nun mit erheblichen Problemen mit der Distribution der Filme, schreibt die Österreichische Zeitung „Der Standard“. Der Geschäftsführer von „Cineplexx“ spricht sich nun in seinem ersten Fazit über die Krise aus. Er glaube, dass die Pandemie tatsächlich eine größere Bedeutung für die Kinoindustrie haben könnte, so der „Standard“.

    Im Moment sei die „Cineplexx“-Gruppe Papousek zufolge mit ihrem Programm recht zufrieden. Sie hätten Interessen aus jeder Zielgruppe abgedeckt. Dennoch stehe der Kinobetreiber vor großen Herausforderungen. So könne man den Verlust, der durch die Schließung während des Lockdowns geschah, nicht mehr aufholen. Auch der Verzug vieler Blockbuster mache ihnen zu schaffen, auch wenn dieses Problem besser gelöst werden kann.

    Papousek sagte dazu: „Natürlich brauchen wir laufend neue Ware. Es gibt aber auch aus dem Independentbereich größere Filme, und wenn eine gewisse Dynamik entsteht, wird es auch Verschiebungen in die andere Richtung geben, Rückverschiebungen. Die Filme sind ja fertig und liegen bereit.“

    Neues Modell

    Der US-amerikanische Kinobetreiber „AMC“ ist der größte weltweit. Er hat dem „Standard“ zufolge einen Deal mit Universal abgeschlossen, welcher die Verwertungszeit von Filmen einschränken soll. Dieses neue Modell hätte auch auf die österreichischen Kinoprogramme eine Auswirkung, wobei es momentan beides bedeuten könne: sowohl Gefahr als auch Chance. Der Deal erlaube es, kleinere und mittlere Filme nach kürzerer Zeit aus dem Programm zu nehmen – wenn niemand mehr zum Schauen kommt. Den längeren Filmen hingegen würde man „weiterhin den Platz im Kino geben“.

    Auch könnten sich dadurch neue Formen der Zusammenarbeit erschließen. So beispielsweise auch mit größeren Streaming-Anbietern. Dabei könne sich Papousek auch künftig Dienste wie Netflix im Kino vorstellen. Zwar würde Netflix hauptsächlich durch Abonnements ihr Geld verdienen, doch es gebe Möglichkeiten, um diese zu „veredeln.“ So könnte man „auch mit hervorgehobenen Filmen arbeiten, die man durch die Qualität und die Begeisterung im Kino noch unterstreicht.“

    Bisher keine Gefahr

    Schließlich spricht der Geschäftsführer von „Cineplexx“ darüber, ob nicht auch das Premium-Video-on-Demand eine Bedrohung für das Kino darstellen könnte. Doch Papousek sieht das eher gelassen: „Bisher waren es „nur“ vier relevante Filme, die wirklich als Prime-Video-on-Demand veröffentlicht wurden. Ich glaube, dass die Kinoauswertung für die Filmproduktion enorm wichtig bleibt, nicht nur als Promotion-Plattform, sondern als Einnahmequelle.“ Schließlich hänge vieles auch von den Märkten und den Ticketpreisen ab. So wären Kinotickets in Serbien um fast ein Zehnfaches günstiger als ein Monat von einem Streaming-Dienst, so dass die Menschen in die Piraterie getrieben werden. 

    lm/gs

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    Tags:
    Netflix, Coronavirus, Österreich