01:30 01 Dezember 2020
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    Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in der österreichischen Stadt Graz, Elie Rosen, ist von einem Mann mit einem Holzstück angegriffen worden. Den Zwischenfall gaben die Polizei sowie die Jüdische Gemeinde Graz bekannt.

    Der Angriff erfolgte demnach am Samstagnachmittag im Bereich der Grazer Synagoge und wurde von einem Unbekannten mit einem Holzstück – vermutlich einem Baseball-Schläger – ausgeführt. Rosen saß nach Polizeiangaben im Moment der Attacke in seinem Auto und wurde deswegen nicht verletzt.

    Der Gemeinde zufolge hatte der Funktionär das Auto verlassen, als er auf den unbekannten Mann aufmerksam geworden sei. Daraufhin sei der Präsident der Jüdischen Gemeinde Graz mit einem Holzprügel angegriffen worden und habe sich in letzter Minute in den PKW zurückflüchten können. Der Angreifer habe noch mit dem Baseballschläger auf das Fahrzeug eingeschlagen.

    Frühere Attacken

    Vor kurzem kam es bereits zu Anschlägen auf die Grazer Synagoge. In der Nacht von Freitag auf Samstag waren laut der Gemeinde mehrere Fenster der Synagoge beschädigt, in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch pro-palästinensische Parolen auf das Gebäude und das nahe gelegene Gemeindehaus gesprüht worden.

    Der mutmaßliche Täter vom Samstag habe einen Stein mit sich geführt und von Statur und Aussehen „genau jener Person geähnelt, die im Zuge der Vandalenakte auf die Synagoge von Mittwoch und Freitag dieser Woche auf den Überwachungskameras zu erkennen gewesen“ sei.

    Nach der Attacke sei der Angreifer geflüchtet, so die Polizei. Eine Netzplanfahndung nach dem unbekannten Täter sei eingeleitet worden. Aus der Sicht der Beamten liegt ein Zusammenhang mit den letzten Vorfällen rund um die Grazer Synagoge nahe.

    Reaktion auf den Angriff

    Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz schrieb am Samstagabend bei Twitter, er sei erschüttert über den Angriff auf Rosen. Der Bundespräsident Alexander Van der Bellen brachte seine Solidarität mit allen in Österreich lebenden Jüdinnen und Juden zum Ausdruck.

    „Judenhass und Antisemitismus haben keinen Platz in unserer Gesellschaft“, twitterte Van der Bellen.

    Als Reaktion auf die Vorfälle ordnete Österreichs Innenminister Karl Nehammer eine verstärkte Überwachung aller jüdischen Einrichtungen im Land an. Auch das Einsatzkommando Cobra werde zur Unterstützung herangezogen, teilte der Minister am Samstag auf Twitter mit.

    mo/mt

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