07:39 05 Dezember 2020
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    Laut Angaben der „Kronen Zeitung” am Montag muss erstmals ein russischer Diplomat als „Persona non grata” Österreich verlassen. 

    Bis zum 1. September muss der namentlich nicht genannte Russe abreisen. Grund für die Ausweisung sei Spionageverdacht – der Diplomat soll eine Hightech-Firma zugunsten Russlands ausspioniert haben. 

    Der „Krone” zufolge half ihm dabei ein österreichischer Bürger, der im betroffenen Unternehmen tätig war. Er gestand die Spionagetätigkeit der beiden gegenüber seinen Vorgesetzten, was eine Ermittlung auslöste. 

    Auf Anfrage russischer Medien bestätigte die Pressesprecherin des Bundesministers für europäische und internationale Angelegenheiten, Claudia Türtscher, dass ein russischer Diplomat aus der Republik ausgewiesen wird. Sein Vorgehen habe gegen das Wiener Übereinkommen über diplomatische Beziehungen verstoßen, sagte sie.

    Die russische Botschaft in Wien reagierte empört auf die Entscheidung der österreichischen Behörden, die sie als grundlos bezeichnete. Eine angemessene Antwort Moskaus werde bald folgen, hie- es.

    Der erste stellvertretende Leiter des Internationalen Ausschusses des russischen Föderationsrates, Wladimir Dschabarow, bezeichnete die Situation als „Missverständnis”:

    „Wir haben zu Österreich eine gute, feste Beziehung. Betrachten wir die Situation als Missverständnis, das bald aufgeklärt wird”, kommentierte er.

    Dschabarow wies zugleich darauf hin, dass in letzter Zeit mehrere europäische Staaten russische Diplomaten ausgewiesen hätten. Dies sei eine schlechte Tendenz, und man müsse überlegen, „warum dies passiert und wer diese antirussische Kampagne steuert”.

    Dies ist nicht die erste Spionageaffäre in jüngster Zeit in Österreich, in die Russland angeblich verwickelt ist. Mitte Juni wurde ein pensionierter Offizier des Bundesheeres wegen Spionage für Russland zu drei Jahren Haft verurteilt. 2019 wurde ein Haftbefehl gegen den Russen Igor Saizew erlassen, der den pensionierten Oberst zur Preisgabe von Staatsgeheimnissen bewogen haben soll.

    msch/sb

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    Tags:
    Wirtschaftsspionage, Spionage, Österreich, Russland